Ubisofts neuester Teil der Far-Cry-Reihe nimmt euch mit nach Yara. Auf der karibischen Insel bleibt auch Far Cry 6 dem gewohnten Spielkonzept treu und entwickelt sich wie immer nur ein bisschen weiter.

 

Far Cry 6

Facts 
Far Cry 6

Dass Ubisoft mit Far Cry 6 die Reihe nicht neu erfindet, dürfte niemanden groß in Erstaunen versetzen. Die berühmte Ubisoft-Formel kommt auch beim sechsten Hauptspiel von Far Cry zum Einsatz. Das soll nicht heißen, dass es absolut nichts Neues gibt, Überraschungen verbergen sich aber eher in den ganz kleinen Details.

Bei einem Preview-Event konnte ich bereits über sechs Stunden lang Far Cry 6 spielen. Dazu eine wichtige Info: Ich habe nicht die finale Version von Far Cry 6 gespielt. Größere Teile der Open World waren für mich nicht zugänglich und zahlreiche Effekte noch deaktiviert. Außerdem habe ich per Remote Play gespielt, das Spiel wurde also auf meinen PC gestreamt, wo ich dann die Kontrolle übernommen haben. Ich halte mich also mit Aussagen zu Performance und tatsächlicher Grafik-Qualität zurück.

Far Cry 6: Gameplay Deep Dive Trailer - Die Regeln der Guerilla | Ubisoft [DE]

Far Cry 6: Eine bekannte aber gut erzählte Geschichte

Wie seine Vorgänger verfolgt auch Far Cry 6 eine bekannte Geschichte. Ein gewissenloser Despot unterdrückt die Menschen in seinem Einflussbereich und ihr als Spieler stolpert eher unfreiwillig in die Rolle des Befreiers. Das Grundgerüst ist wohlbekannt, es kommt also auf die Details an. Mit Yaras Diktator Antón Castillo hat Far Cry 6 wieder einen machthungrigen und grausamen Antagonisten gefunden. Dieser verfolgt auf den ersten Blick sogar ein hehres Ziel: Yara produziert mit „Viviro“ das einzig wirksame Krebsmedikament. Das Mittel wird aus Tabakpflanzen gewonnen, die Yaras Bewohner als Sklaven ernten müssen.

Gegen eine solche Diktatur regt sich natürlich Widerstand. Die Revolution bringt mehr als eine Guerilla-Gruppe hervor, wie zum Beispiel „Libertad“, denen ihr euch als wahlweise männlicher oder weiblicher Hauptcharakter Dani Rojas anschließt. Während der Geschichte kommt ihr in Kontakt mit diversen Guerilla-Kämpfern und Kämpferinnen. Die Anführerin von „Libertad“ ist Clara Garcia, eine weitere wichtige Figur ist Juan Cortez, der Experte für Guerillakampf und sehr spezielle Ausrüstung.

Aufseiten des Regimes gab es zumindest während meiner Spielzeit nur einen anderen wirklich nennenswerten Charakter, dabei handelt es sich um Castillos Sohn Diego. Er wird von seinem Vater zu einer Art Nachfolger erzogen, scheint aber mit den Ansichten des Diktators nicht einverstanden zu sein. Ein zwischen dem eigenen Gewissen und der Loyalität dem Vater gegenüber zerrissener Junge, könnte der Geschichte durchaus etwas Eigenes verleihen.

Juan Cortez ist ein erfahrener Guerilla-Spezialist und baut euch abgefahrene Waffen. (Bildquelle: Ubisoft)

Ein Meer an Möglichkeiten

Von der Ausrüstung über die Mobilität bis hin zu Aktivitäten in der Open World, in Ubisoft-Tradition wird hier eher geklotzt als gekleckert. Glücklicherweise war Dani Rojas beim Militär, denn sonst würde er oder sie nicht mit den ganzen Waffen und dem ganzen Equipment klarkommen. Ihr besitzt allein drei Slots für Primärwaffen und von denen gibt es Dutzende. Dort könnt ihr ausrüsten:

  • Sturmgewehre
  • Maschinenpistolen
  • Leichte Maschinengewehre
  • Scharfschützengewehre
  • Shotguns
  • Pfeil und Bogen
  • Raketen- und Granatwerfer
  • Impro-Waffen

Bei den Impro-Waffen handelt es sich um spezielle Anfertigungen von Juan Cortez, wie zum Beispiel einen Flammenwerfer oder eine Armbrust, die große Bolzen verschießt. Für die Sekundärwaffen gibt es noch Pistolen und Revolver. Alle Waffen haben Slots für Aufsätze wie Schalldampfer oder bessere Visiere. Außerdem gibt es noch Munitions-Mods. Hier ist auch ein wenig Taktik gefragt, denn eure Ziele sind gegenüber bestimmten Munitionsarten resistenter oder auch anfälliger.

Eine Neuheit sind die „Supremos“, experimentelle Waffen die ihr in einem Rucksack mit euch herumtragt und die verheerende Angriffe auslösen können. Eine Fähigkeit erlaubt es euch Raketen auf ein Zielgebiet abzufeuern, eine andere verbrennt alles und jeden um euch herum. Diese Superwaffen werden mit Kills aufgeladen. Um sie zu bauen und auch andere zu verbessern, braucht ihr Handwerksmaterialien, die ihr überall auf Yara findet.

Um euch über die Inseln zu bewegen, nutzt ihr Fallschirm, Wingsuit, Kletterhaken, Gefährte für Land, Wasser und Luft, sowohl mit als auch ohne Bewaffnung und Pferde. Sobald ihr die Schnellreisepunkte freigeschaltet habt, ist das natürlich die schnellste Art sich über die Map zu bewegen.

Die Berge von Yara sind für Fahrzeuge schwer passierbar. Dafür gibt es in Far Cry 6 Pferde. (Bildquelle: Ubisoft)

Eine prallgefüllte Open World

Folgt ihr der Hauptgeschichte, werdet ihr über Missionen erst mal an einige grundlegende Spielmechaniken wie das Crafting, die Gegnertypen und eure NPC-Begleiter herangeführt. Far-Cry-Veteranen kennen das vorherrschende Missions-Design. In einem genau definierten Bereich befindet sich euer Ziel. Kreativität ist dann erst bei der Herangehensweise gefragt. Ihr schleicht durch das Gebiet und vollführt lautlose Kills, ihr rennt rein wie Rambo und schießt alles über den Haufen oder benutzt ein Scharfschützengewehr und schaltet einen Gegner nach dem anderen aus.

Nach diesem Schema rettet ihr Geiseln, tötet hochrangige Ziele, befreit Außenposten und andere wichtige Orte oder klaut Vorräte. Bei den Nebenmissionen greift ihr entweder den anderen Guerillas unter die Arme oder unterstützt die Bevölkerung. Viele Aktionen richten sich natürlich auch gegen die „Viviro“-Produktion.

Die Nebenmissionen können mal ernst und mal auch sehr albern sein. Bei einer Aufgabe versucht ihr einen Spitzel zu retten, das Ganze dreht sich aber und der Spitzel flüchtet dann mit euch und einer Geisel, die ihr dann später gegen einen der eigenen Leute austauschen sollt. Auf der albernen Ebene folgt ihr beispielsweise einem aggressiven Kampf-Hahn in einen Hundezwinger und versucht Chicharrón am Leben zu erhalten.

Dazu kommt das Ausbauen von Guerilla-Camps, das Zerstören von Luftabwehrstellungen, die Schatzsuchen und vieles mehr an Nebenaktivitäten. All das gibt es übrigens auch im Koop für zwei Spieler.

Far Cry 6 lässt sich auch im Zwei-Spieler-Koop zocken. (Bildquelle: Ubisoft)

Fazit: Die Ubisoft-Formel wirkt auch bei Far Cry 6

Bevor ich zu meinem persönlichen Fazit komme, hier quasi das Wichtigste: Wer mit den bisherigen Far-Cry-Spielen seinen Spaß hatte, wird vermutlich auch mit Far Cry 6 nichts falsch machen. Weiterentwickelt wird vor allem die Action, der Stealth-Part fühlt sich nicht sonderlich anders an. Das Setting „karibische Insel“ ist für Far Cry nichts Neues, dank kubanischem Flair hat es aber trotzdem etwas Frisches. Die Ubisoft-Formel funktioniert auch bei Far Cry 6, das am 7. Oktober 2021 erscheinen soll.

Kommen wir nun zum persönlichen Teil, denn obwohl mir Ubisofts Open-World-Spiele immer zu groß und zu vollgestopft sind, spiele ich sie trotzdem gerne. Ich spiele sie einfach nicht am Stück, denn irgendwann langweilen sie mich ziemlich. Ich sitze auch immer noch an Assassin's Creed Valhallas erstem DLC, das Spielen in Etappen ist mein Weg Freude an diesen Spielen zu finden und ich denke, das wird auch bei diesem Far Cry so gelingen.

An Far Cry 6 hat mich - was das Gameplay betrifft - nicht viel überrascht. Die neuen Spezial-Waffen machen Freude, sind mir teilweise aber viel zu abgedreht und versauen mit ihrem „Do it Yourself“-SciFi-Look ein wenig die Stimmung. Das ist schade, denn Yara und seine Bewohner erzeugen teilweise echt eine stimmige Atmosphäre. Insgesamt funktioniert das Setting für mich sehr gut, die Charaktere sind teilweise sehr authentisch, wenn auch etwas überzeichnet. Die Dialoge (ich kenne nur die englische Sprachausgabe) treffen meistens den richtigen Ton und sind mal witzig und mal emotional. Die Inselgruppe Yara - oder besser das, was ich von ihr sehen konnte - ist ebenfalls gut gelungen und sei es nur durch die kleinen Krabben, die immer wieder meinen Weg kreuzten.

Eine kleine Geschichte möchte ich noch erzählen: Während einer der ersten Missionen beginnt ein Guerilla-Kämpfer ein kleines Lied zu singen, weil er das mit einer gefallenen Kameradin auch immer vor jedem Einsatz gemacht hat. Das Musikstück begleitet uns dann auch durch die Mission. Ein wenig später begann Dani, während ich mit dem Auto zu einem NPC fuhr, das Lied leise vor sich hin zu singen. Als ich den Ort wieder verließ, begann ein völlig anderer NPC das Lied zu pfeifen. Ich kann nicht mal sagen, ob es Absicht vom Spiel war, es war jedoch so überraschend und charmant, dass ich kurz innehalten musste und gelächelt habe. Es war ein kleiner, sehr schöner Moment, den ich so in einem Far-Cry-Spiel nicht erwartet habe.

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