Bei Facebook und auf anderen Plattformen sieht man hin und wieder Werbeanzeigen zu „nicht abgeholten Amazon-Paketen“. Gezeigt werden Paletten voller Pakete, die man angeblich besonders günstig kaufen kann. Der Haken: Man weiß nicht genau, was drin ist. Lohnen sich solche Pakete?

 
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Die Werbeanzeigen wecken die Hoffnung, ein iPhone, einen Fernseher oder ein anderes hochwertiges Gerät zu einem günstigen Preis von etwa 20 Euro zu bekommen. Dabei handelt es sich jedoch um eine Art Glücksspiel. Man bezahlt einen festen Preis, ohne zu wissen, was man dafür erhält.

„Nicht abgeholte Amazon-Pakete“ bei Facebook: Finger weg!

In solchen Anzeigen werden nicht nur vergessene Amazon-Pakete, sondern auch übrig gebliebene eBay-Bestellungen angepriesen. Folgt man solch einer Anzeige, gelangt man auf eine vermeintliche Shop-Seite. Hier zeigt ein Countdown an, dass nicht mehr viel Zeit bleibt ein Paket zu kaufen.

Martin Maciej
Martin Maciej, GIGA-Experte für Smartphones, Apps & Streaming.

Auch wenn auf Fotos, Beschreibungen und Kommentaren viel zum kleinen Preis versprochen wird: Lasst die Finger von solchen Angeboten! Es ist sehr unwahrscheinlich, dass jemand ein iPhone, eine PlayStation oder andere teure Geräte auf diesem Weg zum kleinen Preis herausschleudert.

Andere Seiten zeigen an, dass angeblich nur noch sehr wenige dieser Amazon-Pakete verfügbar sind. So steigt der Druck, sich ohne lange nachzudenken eines dieser Pakete zu bestellen, schließlich will man die Chance auf ein günstiges Technik-Gadget nicht verpassen.

Nicht abgeholte Pakete
So sieht eine entsprechende Anzeige aus (Bildquelle: Facebook)

Ist das seriös? In den Facebook-Anzeigen gibt es schließlich einige Kommentare, bei denen berichtet wird, wie glücklich man über sein „Mystery“-Schnäppchen ist. Dazu posten einige Nutzer Fotos von Waren, etwa iPhones und AirPods, die sie aus diesen „nicht abgeholten Paketen“ erhalten haben. Reicht das als Beweis? Schaut man sich die Profile genauer an, stellt man fest, dass es keine echten Bewertungen dieser Pakete sind. Die Profile schreiben zwar in deutscher Sprache. Bei einem genauen Blick erkennt man aber, dass es sich um Fake-Profile handelt.

So erkennt ihr, dass es sich um Fake-Shops handelt:

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An anderer Stelle erklären wir, was hinter nicht bestellter und doch gelieferter Ware häufig steckt.

Mysteriöse Pakete von Amazon & Co. bei Facebook

Falls ihr nicht unnötig Geld loswerden wollt, solltet ihr solche „nicht abgeholten Amazon-Pakete“ nicht kaufen. Seriöse Erfahrungsberichte, nach denen man hochwertige Waren erhalten hat, gibt es nicht. Tatsächlich erhält man bei solchen dubiosen Angeboten eher minderwertige Artikel zum Beispiel billige Kopfhörer oder anderes Smartphone-Zubehör. Schon allein aus dem Prinzip der Pakete lässt sich schließen, dass es sich um ein seltsames Angebot handelt:

  • Was wäre der Sinn von solch einem Geschäftsmodell? Warum sollten teure Waren aus nicht abgeholten Paketen überhaupt verscherbelt werden?
  • Wird eine Bestellung tatsächlich nicht abgeholt, weil sie zum Beispiel zu lange in einer Packstation oder DHL-Filiale lagert, wird sie an den Absender zurückgeschickt. Amazon handhabt das dann wie eine Retoure und gibt solche Pakete nicht an andere Anbieter weiter. Stattdessen werden die Artikel einfach noch einmal verkauft oder landen im Amazon-Warehouse.
  • Kann ein Paket nicht zugestellt werden, versteigern die Paketdienste die Waren selbst. Man findet sie also nicht palettenweise bei irgendwelchen unbekannten Shops, die lediglich über Facebook bekannt sind.
  • Amazon selbst hat bereits bestätigt, dass man mit solchen Restpostenhändlern nicht zusammenarbeitet.
  • Facebook-Seiten mit solchen Angeboten sind meist an mehreren Merkmalen als unseriös erkennbar. So fehlt hier meist schon ein Impressum, an dem man erkennen kann, wer hinter dem Angebot steckt. Auch Kontaktdaten sind meist nicht angegeben. Positive Kommentare sind meist in schlechtem Deutsch und von Profilen aus dem Ausland verfasst.

Fazit

Bei Facebook tauchen immer wieder Anzeigen mit vermeintlichen Schnäppchen auf, die sich als Fake erweisen. Kommt euch ein Angebot zu gut, um wahr zu sein vor, nehmt Abstand. Informiert euch über entsprechende Angebote zunächst. Sucht dabei unabhängige Stellen auf und vertraut nicht allein auf Kommentare direkt unter solchen Beiträgen. Vor den Amazon-Paketen warnen zum Beispiel auch die seriösen Portale Watchlist-Internet und Mimikama.

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