Gefährliches Fahrverhalten in Form von zu schnellem Fahren wird leider zu selten bestraft. Nicht immer geraten notorische Raser in Blitzerfallen und damit ins Auge der Polizei. Was ihr gegen Möchtegern-Rennfahrer auf der Autobahn oder in der Nachbarschaft unternehmen könnt, verraten wir euch hier.

 
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Autobahn-Raser: Direkt zur Anzeige?

Deutschland ist weltweit berühmt-berüchtigt für die fehlenden Geschwindigkeitsbeschränkungen auf unseren Autobahnen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Fahrer einen metaphorischen Backstein auf das Gaspedal legen dürfen. Die Geschwindigkeit muss immer an die Verkehrssituation angepasst und der Sicherheitsabstand eingehalten werden. Drängelt der Hintermann und bringt dadurch sich und andere Fahrer in Gefahr, ist eine Anzeige durchaus gerechtfertigt.

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Merkt euch dafür das Kennzeichen, die Marke und das Modell mitsamt der Farbe des auffahrenden Wagens. Prägt euch auch die Situation gut ein, umso besser, wenn ihr den Fahrer sogar beschreiben könnt. Eventuell kann das Drängeln als Nötigung im Straßenverkehr identifiziert werden. In solchen Fällen greift Paragraph 240 des Strafgesetzbuches (StGB). Demnach drohen neben dem Entzug der Fahrerlaubnis, drei Punkten in Flensburg oder einem mehrmonatigen Fahrverbot mit Geldstrafe sogar eine 3-jährige Gefängnisstrafe.

Geschwindigkeitsübertretungen in der Nachbarschaft

Fahren die Nachbarn innerhalb einer verkehrsberuhigten Zone wiederholt zu schnell, können zunächst weniger drastische Lösungsansätze verfolgt werden. Führt ein persönliches Gespräch nicht zum gewünschten Ziel, kann es sich lohnen, die örtliche Polizei auf regelmäßige Geschwindigkeitsüberschreitungen hinzuweisen. So kann man bestimmte Straßen beispielsweise für den Blitzermarathon vorschlagen.

In manchen Fällen hilft nur eine Anzeige weiter. Diese führt zwar nicht direkt zu einer Strafe für den Raser, kann die Ordnungshüter aber auf die entsprechende Straße aufmerksam machen und zu häufigeren Geschwindigkeitskontrollen führen. Bei solch einer Anzeige brauchen die Beamten:

  • die Personalien der anzeigenden Person.
  • den Tatort, also die Straße, in der zu schnell gefahren wird.
  • die Tatzeit, also die Uhrzeit, wann sich Geschwindigkeitsüberschreitungen häufen.
  • das Kennzeichen der Person, die zu schnell fährt.

Ist die Gegend häufiger auffällig, beobachten Beamte den Verkehr und kontrollieren ihn je nach Einschätzung anschließend auch mit entsprechendem Equipment. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die benachbarten Verkehrssünder zur Rechenschaft gezogen werden.

Eine andere Möglichkeit: geht mit eurer Kommune in den Austausch. Ihr könnt beispielsweise vorschlagen, eure Nachbarschaft zu einem verkehrsberuhigten Bereich umzugestalten. Die effektive Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern verringern beispielsweise Fahrbahnschwellen und Plateaupflasterungen.

Raser per App melden: Ist das möglich?

Seit einiger Zeit sorgt eine Raser-App im Vereinigten Königreich für Aufsehen, Empören und Ärger gegenüber den Entwicklern. Bisher ist die App Speedcam Anywhere aus britischer und US-amerikanischer Feder nur in Großbritannien erhältlich, wird jedoch auch in Deutschland schon heiß diskutiert.

Filmt ihr mit der App ein Fahrzeug, ermittelt die künstliche Intelligenz anhand des Videomaterials daraufhin die Marke und das Modell des Wagens sowie die Geschwindigkeit. Das Ergebnis kann mitsamt Kennzeichen direkt an die Polizei geschickt werden.

Selbst wenn das nicht zu einem Strafzettel führt, so macht es die Behörden auf gefährliche Stellen aufmerksam.

Raser bekämpfen: Das solltet ihr keinesfalls tun

Den Kampf gegen die Raser in eurer Nachbarschaft in die eigenen Hände zu nehmen, ist vermutlich die schlechteste Idee. Gegenstände auf die Straße zu stellen, um Raser abzubremsen, ist ein massiver Eingriff in den Straßenverkehr und ordnungswidrig. Kommt dabei etwas zu Schaden oder gefährdet ihr dadurch jemanden, kann eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe die Folge sein.

Nötigt ihr den Fahrer anzuhalten oder beleidigt ihr ihn bei einer Konfrontation, kann euch dieser sogar anzeigen. Blitzer-Attrappen sind grundsätzlich erlaubt, dürfen aber keinen Eingriff in den Straßenverkehr darstellen. Weitere Ideen und Methoden für den Kampf gegen Schnellfahrer bietet bussgeldkatalog.org.