Apple HomePod zerlegt: Geheimnisse des smarten Lautsprechers gelüftet

Florian Matthey 3

Sobald ein neues Apple-Produkt den Markt erreicht, wird es durch iFixit auseinandergenommen. So geschehen jetzt auch beim Siri-Lautsprecher HomePod. Der „Teardown“ verrät, warum eine Reparatur durch Apple so teuer ist und welche Geheimnisse der Lautsprecher besitzt.

Apple HomePod zerlegt: Geheimnisse des smarten Lautsprechers gelüftet
Bildquelle: iFixit.

Apple HomePod: „Display“ ist gar kein richtiges Display

Die Reparaturexperten von iFixit haben den HomePod auseinandergenommen. Das heißt – sie haben es versucht. Am oberen Ende ließ sich zwar die Abdeckung des Touchscreen-„Displays“ noch recht leicht entfernen. Hier zeigte sich, dass die Siri-„Welle“ eine Kombination aus 19 LEDs ist, deren Darstellung durch die Abdeckung verschwommen wird. Die „+“- und „-“-Symbole für die Lautstärke befinden sich eingestanzt neben den LEDs in der Mitte.

16 GB Flash-Speicher und Diagnoseanschluss als Überraschungen

Unterhalb der Abdeckung mit dem „Display“ befindet sich das Logic Board mit einem Apple-A8-Prozessor, offenbar mit 1 GB RAM, sowie 16 GB Flash-Speicher. Das ist angesichts dessen, dass sich auf dem HomePod keine Musik speichern lässt, überraschend viel.

Ein weiterer Teil des Gerätes, den man noch recht einfach erreichen kann, befindet sich direkt an der Unterseite des Gerätes. Die Abdeckung lässt sich hier zunächst nur mit einer Wärmepistole entfernen, die den Kleber an dieser Stelle löst. Unterhalb der Abdeckung befindet sich überraschenderweise ein Anschluss – offenbar für Wartungen durch Apple selbst oder für Tests bei der Montage des Gerätes.

Verklebtes Gehäuse: Selbst iFixit stößt an seine Grenzen

Auch das „Netz“ um das Gehäuse des HomePod lässt sich noch recht leicht entfernen. Dann ist aber langsam Schluss. An der Oberseite ist ein Entfernen der Abdeckung selbst nach einem Herausdrehen der Schrauben nicht möglich. iFixit versucht es mit Wärmepistole, Lösungsmittel für Kleber, einer Säge und schließlich mit Gewalt mit einem Spachtel. Letzteres sorgt dafür, dass das Gehäuse einen Riss bekommt. iFixit hat das Gerät also beim Auseinandernehmen kaputtgemacht. Das kommt nicht oft vor – und zeigt, wie wenig sich der HomePod für Reparaturen eignet.

Letztendlich kommen auch die Experten nur mit einem Ultraschallschneider weiter – ein Gerät, das die meisten Verbraucher eher nicht zu Hause rumliegen haben. Erst dann ist es möglich, tiefer ins Innere des Gerätes vorzudringen und den Subwoofer, das Netzgerät, weitere Komponenten für die Stromversorgung und die kleineren Lautsprecher zu entfernen.

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HomePod: So schön könnten weitere smarte Apple-Lautsprecher aussehen.

Warum die HomePod-Reparatur so teuer ist

Letztendlich zeigt sich: Eine Reparatur des HomePod ist fast unmöglich; erst recht wenn es um Komponenten wie die Stromversorgung oder den Lautsprecher geht. Deswegen dürfte die „Reparatur“ auch durch Apple selbst so exorbitant teuer sein: Apple verlangt hier pauschal 80 Prozent des Neupreises – in den USA 279 Dollar im Vergleich zu den 349 Dollar für einen neuen HomePod. Es ist davon auszugehen, dass Apple gar keine Reparatur vornimmt, sondern das Gerät einfach austauscht.

Deswegen bekommt der HomePod von iFixit auch nur einen Wert in Höhe von 1 von 10 in Sachen „Reparierbarkeit“. Die Experten merken aber an, dass der HomePod sehr gut verarbeitet ist und daher „Reparaturen“ wohl hoffentlich nicht so oft nötig sein werden.

Quelle: iFixit via 9to5Mac, MacRumors

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