HomePod: Top oder Flop? Das sagen deutsche Apple-Händler über den Multiroom-Lautsprecher

Stefan Bubeck

Apple betritt mit dem HomePod einen von unten und oben hart umkämpften Markt: Smarte Lautsprecher gibt’s bei Amazon und Google für weniger Geld und das Premium-Segment ist bereits von Branchenveteranen wie dem Multiroom-Experten Sonos besetzt. Wir haben bei den großen Apple-Händlern Cyberport und Gravis nachgefragt, wie sie die Lage einschätzen.

Apple HomePod: Gravis-Geschäftsführer erwartet keinen Preisverfall

GIGA: Der HomePod ist in Deutschland gestartet: Wie steht es um die aktuelle Nachfrage?

Gravis-Geschäftsführer Jan Sperlich: „Wir sehen aktuell eine hohe Nachfrage, die unsere Erwartungen übersteigt. Wir mussten schon zweimal nachordern und hoffen, dass wir unseren Kunden zügig wieder eine ausreichende Menge zur Verfügung stellen können.“

GIGA: Einige Apple-Kritiker versuchen aufgrund der technischen Einschränkungen des Geräts (u.a. kein Bluetooth) einen Flop herbeizureden und prognostizieren einen baldigen Preisverfall. Was sagen Sie zu dieser These?

Sperlich: „Das erste Feedback unserer Kunden ist überwältigend positiv hinsichtlich Sound-Erlebnis, Einfachheit der Installation, Verarbeitung und Qualität. Technische Einschränkungen hat das Gerät meiner Ansicht nach nicht – es ist schlicht keine Bluetooth-Box. Es ist hingegen ein genial einfach zu installierendes Multiroom-Soundsystem mit einem hervorragenden Klang, einer smarten sprachgesteuerten Integration von Apple Music – und allein dafür ist es ein eher günstiges Produkt. Darüber hinaus bietet der HomePod Siri-Funktionen mit HomeKit-Steuerung. Richtig ist, dass Siri noch Potenziale bietet, die es herstellerseitig zu heben gilt. Einen Preisverfall bei Apple-Geräten hat es noch nie gegeben und daher erwarten wir das auch beim HomePod nicht.“

Cyberport: Vielleicht folgt noch ein „HomePod Light“

GIGA: Der HomePod ist in Deutschland gestartet: Wie steht es um die aktuelle Nachfrage?

Ludwig Becker, Senior Category-Manager Apple bei Cyberport: „Wie für Apple-Produkte typisch, ist die Nachfrage am Anfang enorm. Die eingefleischten Fans kommen am HomePod nicht vorbei. Ich vermute außerdem, dass Apple insbesondere am Anfang die Verfügbarkeit des Produktes künstlich klein hält, um den Hype zu befeuern und den Preis stabil zu halten. Wir haben den Homepod in allen Stores in der Ausstellung, außerdem ist die Ware bei uns seit Day 1 immer mal wieder verfügbar und das bleibt auch so.“

GIGA: Der HomePod ist also ein Erfolg?

Becker: „Wir haben intern auch lange diskutiert, ob der HomePod eine Erfolgsstory werden kann oder ob das Produkt im Vergleich zum Wettbewerb einfach zu spät kommt. Nach dem, was ich inzwischen gesehen und gelesen habe, gehe ich aber davon aus, dass Apple auch mit dem HomePod erfolgreich sein wird. Ganz entscheidend für den Erfolg des HomePods wird AirPlay 2. Wenn die Kunden AirPlay 2 verstehen, verstehen sie auch den HomePod. Wie wichtig AirPlay 2 ist, zeigt sich auch daran, dass sich Sonos, Denon und alle anderen namhaften Audio-Hersteller für Air Play 2 geöffnet haben. Multi-Room wird dadurch so einfach wie nie zuvor. Aussetzer oder Qualitätsverluste beim Streaming wie bei einer Bluetooth-Verbindung gibt es mit AirPlay 2 nicht mehr, deshalb ist das Fehlen einer Bluetooth-Option keine wirkliche Schwäche des Produkts.“

GIGA: Kann man schon Aussagen zur Zukunft machen?

Becker: „Interessant wird, wie gut der HomePod mit anderen Streaming-Diensten als Apple Music interagiert, beziehungsweise ob Apple die Funktionalitäten einschränkt. Die Steuerung von Spotify über Siri ist ja beispielsweise nicht möglich. Für Apple-Music-Kunden ist der HomePod aber auf jeden Fall die bessere Alternative zu Sonos und Co. Aktuell gehe ich davon aus, dass Apple nach beendeter Markteinführung des HomePods noch mit einer Art „HomePod Light“ um die Ecke kommt und mit diesem Produkt dann speziell auf Amazons Echo und andere Sprachassistenten abzielt. Diese Funktion steht beim HomePod aktuell nicht im Fokus.“

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