Mac Pro: Apples Wunderwaffe für professionelle Anwender kommt erst 2019

Holger Eilhard

Vor fast genau einem Jahr hatte Apple eine Reihe von ausgewählten Medienvertretern in kleiner Runde nach Cupertino eingeladen, um über den neuen Mac Pro zu sprechen. Ein Jahr später gab es nun erneut ein ähnliches Treffen.

Mac Pro: Apples Wunderwaffe für professionelle Anwender kommt erst 2019
Bildquelle: GIGA.

Mac Pro: „Ein Produkt für das Jahr 2019“

Am 4. April 2017 sorgte eine Reihe von geladenen Pressevertretern für Aufsehen, als sie über ihr Treffen mit Phil Schiller (Senior Vice President of Worldwide Marketing), Craig Federighi (Senior Vice President of Software Engineering) und John Ternus (Vice President of Hardware Engineering) berichteten. Ein Jahr später fand nun wieder ein ähnliches Event statt. Auf der Agenda stand damals wie heute der Mac Pro.

Damals hieß es, dass ein neuer Mac Pro nicht mehr im Jahr 2017 erscheinen würde. Lediglich der iMac Pro wurde versprochen und erschien dann auch im vergangenen Dezember. Konkretere Details zum Mac Pro ließ Apple jedoch offen, was dafür sorgte, dass viele Beobachter Hoffnungen auf eine Vorstellung des professionellen Mac im aktuellen Jahr hatten.

Diese Hoffnungen wurden nun ganz offiziell von Apple begraben, wie Matthew Panzarino von Tom Boger, Apples Senior Director of Mac Hardware Product Marketing, erfahren musste. Zu den anderen Apple-Vertretern gehörten erneut John Ternus, sowie Jud Coplan (Director of Video Apps Product Marketing) und Xander Soren (Director of Music Apps Product Marketing). Der neue Mac Pro wird erst im Jahr 2019 erscheinen und nicht wie von vielen erwartet noch im aktuellen Jahr. Panzarino geht des Weiteren davon aus, dass Apple zum Mac Pro in diesem Jahr keine weiteren offiziellen Details nennen wird, wenngleich eine kleine Chance auf eine Erwähnung im Rahmen der WWDC im Juni möglich ist.

Apples „Pro Workflow Team“ hört auf professionelle Nutzer

Apples Ziel war und ist es auf die professionellen Anwender zu hören. Um die Kommunikation mit diesen zu verbessern, hat man das „Pro Workflow Team“ gegründet, welches von John Ternus geleitet wird und eng mit den Ingenieuren zusammenarbeitet. John Ternus beschreibt, dass man direkt mit den betroffenen Nutzern zusammenarbeiten will, was aber in einigen Fällen zu Sicherheitsbedenken bei den Partnern geführt habe, da sie zum Beispiel an geheimen Projekten wie „Star Wars Han Solo“ arbeiten.

Daher ging Apple einen Schritt weiter und heuerte die kreativen Köpfe kurzerhand direkt an, um reale Projekte als Beispiel umzusetzen. Diese Projekte werden dann dazu genutzt, um die Arbeit mit der Hard- und Software zu verbessern. Der aktuelle Fokus lag laut Ternus auf Visual Effects, Videobearbeitung, 3D-Animation und Musikproduktionen.

Ziel ist es, die Produktivität der Anwender zu steigern, zum Beispiel in dem man die Arbeitsabläufe beobachtet und dann kleine, immer wieder auftretende Fehler erkennt und beseitigt. Davon sind nicht nur Apples eigene Apps betroffen, auch die Software von Drittanbietern wird auf den Prüfstand gestellt und untersucht.

Mac Pro 2019: Modularität in vielseitiger Hinsicht

Wie schon im vergangenen Jahr bestätigte Apple auch in diesem Jahr, dass der Mac Pro modular sein wird. Die direkte Zusammenarbeit mit den Künstlern zeigt Apple, wie diese ihre Hard- und Software für die Arbeit nutzen. Von vielen Beobachtern wird daher erwartet, dass Apple etwa den einfachen Austausch von Laufwerken, Grafikkarten und anderen Standardkomponenten ermöglichen wird. Konkrete Details nannte Apple diesbezüglich aber nicht.

In seinem Weg durch das „Pro Workflow Team“ und den Schnittplätzen im Apple Park stellte Matthew Panzarino jedoch fest, dass diese Modularität deutlich weiter geht als nur der Austausch von Hardware-Komponenten. So nutzten die Künstler etwa einen iMac Pro, an dem zwei iPad-Pros für die Kontrolle von Logic Pro angeschlossen waren. In einem anderen Schnittplatz kam ein MacBook Pro mit externer GPU zum Einsatz, auf dem ein 8K-Video bearbeitet wurde.

Diese Details lassen zwar keine direkten Rückschlüsse zu, wie die Mac-Pro-Hardware aussehen wird, zeigen aber, wie Apple die aktuelle Situation rund um den professionellen Einsatz sieht. Die Zusammenarbeit von MacBook Pro, iMac Pro und Mac Pro in Verbindung mit Eingabegeräten wie dem iPad Pro oder auch iPhones ermöglicht portable Workstations.

Mit einem konkreteren Vorstellungstermin des Mac Pro im kommenden Jahr, ist es nun unwahrscheinlich, dass Apple vorher weitere Details, etwa auf der nahenden WWDC, nennen wird. Gleichzeitig muss beobachtet werden, wie die Berichte um eine Umstellung von Intel- auf ARM-Prozessoren ab dem Jahr 2020 in die Vorstellung eines neuen Mac Pro passen.

Quelle: TechCrunch

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