Realdoll stattet erste Sex-Roboter mit künstlicher Intelligenz aus

Tuan Le

Hilfe, die Roboter kommen: Das Unternehmen Realdoll, welches sich auf die Herstellung lebensechter Sex-Spielzeuge versteht, hat in einem Interview mit Motherboard über den aktuellen Entwicklungsstand der neuen Produktlinie gesprochen. Das brisante: Offenbar arbeitet man aktuell an Prototypen mit künstlicher Intelligenz, die das Nutzererlebnis gravierend verändern sollen.

Realdoll stattet erste Sex-Roboter mit künstlicher Intelligenz aus

Sex-Puppen haben in unserer Gesellschaft bislang keinen sonderlich guten Ruf. Schließlich dienen sie ausschließlich dazu, die Triebe und Gelüste von ewigen Jungfrauen und Sonderlingen zu erfüllen, so zumindest das häufig vorgebrachte Klischee. Nun, tatsächlich gibt es auch einige Fälle, in denen die Besitzer solcher Spielzeuge eine ernsthafte emotionale oder gar romantische Beziehung mit ihren Puppen eingehen, allerdings sind diese für die meisten Außenstehenden sogar noch deutlich bizarrer.

Einer der renommiertesten (soweit das in dieser Branche denn überhaupt möglich ist) Hersteller von lebensechten Sex-Puppen hat sich jetzt der Aufgabe verschrieben, den erotischen Spielzeugen eine neue Gefühlsebene einzuhauchen und arbeitet aktuell offenbar an der Integration einer künstlichen Intelligenz in der neuen Produktlinie. Realdoll erhofft sich dadurch, dass die Nutzer eine völlig neue Ebene der Interaktion mit den lebensechten Puppen erleben (und infolgedessen auch dazu bereit sind, weitere sündhaft teure Puppen zu bestellen  diese kosten nämlich mehrere tausend US-Dollar).

Hey Siri, macht dich das an?

In einem Interview mit Motherboard hat Matt McMullen, seines Zeichens Gründer von Realdoll, seine Meinung über die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen in Verbindung mit der Erhaltungsindustrie für Erwachsene erläutert. Seiner Meinung nach haben die meisten künstlichen Intelligenzen auf dem heutigen Markt  etwa Siri, Google Now und Cortana  ausschließlich eine Service-Funktion. Die Nutzer gehen keine wirkliche emotionale Verbindung mit den Sprachassistenten ein, sondern benutzen sie wenn überhaupt nur, um bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Bei den neuen Realdoll-Modellen soll das anders sein. Durch die Integration einer künstlichen Intelligenz sollen die Puppen dazu in der Lage sein, sich ganz an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen und auf dessen sexuelle Präferenzen individuell einzugehen.

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Erlebnis in drei verschiedenen Dimensionen

So manch einer wird sich nun unmittelbar fragen, inwiefern eine unbewegliche Sex-Puppe beim Bettvergnügen denn überhaupt eigene Ideen ins Spiel bringen kann. Tatsächlich soll Realdoll den Nutzer die Interaktion mit dem künstlichen Partner in drei verschiedenen Bereichen erfolgen: Zum einen natürlich in der Realität, wo die Puppe im Zusammenspiel mit der künstlichen Intelligenz auf die Aktionen des Nutzers reagiert. Zum anderen gibt es aber auch einen digitalen Avatar der Sex-Puppe mit dem über die passende App am Tablet oder aber in der Virtual Reality interagiert werden kann.

Anders als die echte Puppe lässt sich der digitale Avatar auch nach den Bedürfnissen des Nutzers anpassen und erweitert die Möglichkeiten des Nutzers um verschiedenste Settings, wie McCullen erläutert. Sex auf dem Mond oder den Ringen des Saturns zum Beispiel sei damit gar kein Problem. Zudem lässt sich die digitale Version nach eigener Präferenz einkleiden.

Unerwartete Hilfe im Kampf gegen illegale Prostitution?

Auch über die Sex-Industrie sprach der Gründer von Realdoll. Auf die Frage hin, inwiefern seine Arbeit möglicherweise das Gewerbe der Prostitution beeinflussen könnte, erwiderte McCullen, dass er es begrüßen würde, wenn Menschen statt den illegalen Menschenhandel durch Prostitution zu fördern sich für seine Sex-Roboter entscheiden würden. Zuhälter könnten aber auch, so die Meinung des Realdoll-Gründers, einfach eine ganze Reihe von Sex-Puppen kaufen und die menschlichen Mitarbeiter mit diesen ersetzen.

Zugleich gesteht McCullen aber auch ein, dass die Sex-Puppen ganz sicherlich  auch mit künstlicher Intelligenz  nicht jedermanns Sache sind. Es gebe eine gewisse Nische auf dem Markt mit Kunden, die die Interaktion mit einer Puppe dem Kontakt mit einem echten Menschen schlichtweg vorziehen. Damit gemeint seien gar nicht unbedingt Freaks, die nicht zu menschlicher Interaktion fähig sind. Auch Kunden mit zu wenig Zeit für eine echte Beziehung oder gebrochenem Herzen zum Beispiel sollen mit den intelligenten Sex-Robotern das Gefühl haben können, dass zuhause jemand auf sie wartet. Auch wenn dieser jemand eine 6.000 US-Dollar teure Sex-Puppe ist.

Quelle: Motherboard, Fotos: Realdoll (Fotografin:Stacy Leigh)

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