Die Digitalkameras waren für viele schon ein Vorbote, Smartphones dann die endgültige Überschwemmung: Festplatte, SD-Karten, CDs brechen unter der Bilderflut zusammen. Aber welches ist das richtige Bildformat und vor allem das richtige Speichermedium, um die wertvollen Erinnerungen, Bilder und Fotos zu archivieren?

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Fotos archivieren: Das richtige Bildformat

Die Bildformate sind vielzählig und ihre Unterschiede ebenso: Wir haben für euch die wichtigsten Dateiformate für die Bildarchivierung mit ihren Vor- und Nachteilen hier zusammengetragen.

JPG: Das JPEG-Format bietet sich aufgrund der kleine Speichergröße, der großen Kompatibilität und Zukunftssicherheit eigentlich sehr gut als Archivierungs-Format an. Es unterstützt EXIF-, IPTC und XMP-Metadaten. Auf der Schattenseite kann die einhergehende Kompression zu starken Verlusten der Bildqualität führen. Darüber hinaus unterstützt das normale JPEG-Format nur eine Farbtiefe von 8 Bit pro Bildkanal. Wessen Bildersammlung bereits im JPEG-Format abgelegt ist, kann das Format bedenkenlos zur Archivierung nutzen.

PNG: Die portable Netzwerkgrafik ist das meistverwendete verlustfreie Bildformat. PNG unterstützt eine Farbtiefe von 16 Bit und ist durch die verlustlose Komprimierung ebenfalls kein Speicherfresser und bietet sich somit eigentlich als Archivierungsformat an. Leider unterstützt das Format aber nur XMP-Metadaten, EXIF- und IPTC kennt PNG nicht .

TIFF: Das Tagged Image File Format hat sich als Quasi-Standard für hochauflösende Bilder etabliert. Das Format kann unterstützt dabei eine Farbtiefe von bis zu 32 Bit pro Farbkomponente und wird aufgrund seiner Unterstützung des CMYK-Farbprotokolls häufig in Verlagen und Druckerein verwendet. TIFF hat als Achivierungs-Format jedoch einen entscheidenen Nachteil: Seine Komplexität und somit die Zukunftssicherheit des Formats. Die verschiedenen TIFF-Formate werden schon heutzutage nicht von einem einzigen Programm unterstützt. Um TIFF zukunftsorientiert abzuspeichern, sollte als Format die aktuelle TIFF Baseline verwendet werden.

RAW: Viele Fotografen nutzen zur Abspeicherung und Nachbearbeitung gerne das jeweilige RAW-Format ihrer Kamera. RAW ist dabei ein Rohdatenformat, welches die ungefilterten Bildinformationen des Kamerasensors abspeichert. Das RAW-Format bietet somit die bestmögliche Qualität eines Fotos, hat jedoch ein ähnliches Problem wie das TIFF-Format: Es gibt keinen einheitlichen Standard für diese Rohdaten, weswegen die zukunftsorientierte Abspeicherung von RAW-Daten nur schlecht möglich ist. Wer seine RAW-Dateien archivieren möchte, sollte die Bilder zur Sicherheit zusätzlich noch in einem zweiten Format wie beispielsweise JPG abspeichern.

Bilder archivieren: Das richtige Speichermedium

Auch beim Speichermedium selbst sollte man vorher gut überlegen, wie oft man ein Backup anlegen möchte und auf was für einem Datenträger. Die Lebensdauer der verschiedenen Speichermedien unterscheiden sich dabei stark und auch ein Cloud-Speicher muss nicht für die Ewigkeit sein.

Eine gute Möglichkeit um seine Fotos zu archivieren, ist einen vertrauenswürdigen und langfristigen Cloud-Speicher-Dienst in Verbindung mit einem eigenen Backup auf dem präferierten Speichermedium abzulegen. Wir haben euch die (geschätzte) Lebensdauer der verschiedenen Speichermedien in folgender Tabelle zusammengefasst:

Speichermedium Erwartete Lebensdauer
Optische Speichermedien (gebrannt)
  • CD, DVD, Blu-ray: 5 - 10 Jahre
Optische Speichermedien (gepresst)
  • CD, DVD, Blu-ray: 30+ Jahre
Festplatte (HDD)
  • im laufenden Betrieb: 2 - 10 Jahre (je nach Nutzung)
  • als Backup-Medium: 10 - 30 Jahre
USB-Stick, Flashspeicher
  • als Backup-Medium: 10 - 30 Jahre

Fotos RICHTIG archivieren - Geht das überhaupt?

Da keiner in die Zukunft blicken kann, ist auch nicht gesichert, wie lange ein Bildformat auch noch in 10 oder mehr Jahren unterstützt wird. Dazu können äußere Faktoren das jeweilige Speichermedium angreifen und somit die Fotosammlung ebenfalls zumindest zu Teilen zerstören.

Wir empfehlen daher für die wichtigen Erinnerungen und Fotos einen Cloud-Speicher UND das präferierte physische Speichermedium zu nutzen. Wenn ihr eure Fotos in einem unkomprimierten, verlustfreien Format (RAW, DNG etc.) speichert, ist es ratsam noch eine Kopie als JPG mit abzuspeichern. Das kostet nicht viel Speicherplatz und sichert euch zusätzlich vor möglichen Inkompatibilitäten der Formate ab. Darüber hinaus solltet ihr bei zukünftigen Änderungen der Standard-Formate auch eure Bilddateien im Archiv möglichst frühzeitig in das neuen Format umwandeln.

Bildquellen: ShapeCollage

Thomas Kolkmann
Thomas Kolkmann, GIGA-Experte für Streaming, Hard- und Software sowie Retro-Stuff.

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