Ambitionierter Plan: So wollen Apple, Samsung und Co. den Autoschlüssel abschaffen

Florian Matthey 1

Werden wir irgendwann keinen Autoschlüssel mehr brauchen? Ein Konsortium, dem neben Autoherstellern unter anderem auch Apple, LG und Samsung angehören, will das schon in naher Zukunft möglich machen.

Ambitionierter Plan: So wollen Apple, Samsung und Co. den Autoschlüssel abschaffen
Bildquelle: Car Connectivity Consortium.

„Digital Key 1.0“: Autoschlüssel sollen Vergangenheit werden

Der Autoschlüssel ist in gewisser Weise aus der Zeit gefallen – unsere Fahrzeuge sind auch ohne autonome Systeme heute schon fahrende Computer, und dennoch brauchen wir diese kleinen Metallstifte, die wir auch schon vor Jahrzehnten verwendet haben. Zwar müssen wir sie bei vielen Herstellern gar nicht mehr aus der Tasche nehmen, sie aber dennoch immer dabei haben. Das „Car Connectivity Consortium“, zu dem unter anderem Autohersteller wie Audi, BMW, General Motors und Hyundai sowie Smartphone-Hersteller wie Apple, Samsung und LG gehören, will das schon bald ändern.

Das Konsortium hat gestern die Version 1.0 der Spezifikationen für den „Digital Key“ vorgestellt. Damit sollen Smartphones in Zukunft die Rolle von Autoschlüsseln einnehmen können. Die Standardisierung soll dabei dafür sorgen, dass nicht jeder Auto- und jeder Smartphone-Hersteller sein eigenes System entwickelt, das dann mit den jeweils anderen Fahrzeugen und Geräten nicht kompatibel ist.

Digitaler Autoschlüssel lässt sich auch mit anderen teilen

Die Spezifikation setzt zwecks Kommunikation zwischen Fahrzeug und Smartphone auf den NFC-Chip der Geräte, sodass sie nur aus einer vergleichsweise geringen Distanz miteinander kommunizieren können – was für die Sicherheit eine gute Idee ist. Mit dem Smartphone in der Tasche öffnen sich die Autotüren dann, wenn der Benutzer zur Tür greift, und er kann den Motor starten. Auch ist es möglich, den Zugriff aufs Auto mit anderen Smartphone-Besitzern zu teilen – Familienmitglieder lassen sich so einfach authentifizieren. Die Frage, wo der Partner denn jetzt schon wieder den Autoschlüssel hingelegt hat, erübrigt sich dann.

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Interessant ist der „Digital Key“ natürlich auch für Autovermietungen und Carsharing-Dienste. Wer sich ein Auto mietet, könnte dieses beispielsweise auf dem Parkplatz der Autovermietung mit seinem Smartphone abholen, ohne dass ein Kontakt zu einem Mitarbeiter nötig wäre – so, wie es jetzt schon mit Carsharing-Anbietern funktioniert. Und bei Letzteren wäre das Aufschließen des Autos auch möglich, wenn das Auto gerade keine Verbindung zur Zentrale aufbauen kann.

Einige Fahrzeuge, beispielsweise von Audi, sind bereits mit dem Digital Key 1.0 kompatibel. Anfang 2019 soll schon die Spezifikation 2.0 folgen, die dann eine weitergehende Kompatibilität über verschiedene Autos und Geräte hinweg ermöglichen soll. Warum übrigens ausgerechnet Google – wohl aber mit LG und Samsung zwei Android-Smartphone-Hersteller – nicht Mitglied des Konsortiums ist, ist unklar.

Quelle: Car Connectivity Consortium via MacRumors

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