Bananenstecker: Bauformen, Verwendung, Nachteile

Marco Kratzenberg

Fast schon 100 Jahre alt, sind Bananenstecker nach wie vor nicht wegzudenken. Sie und ihr Gegenstück – die Bananenstecker-Buchse – sind immer noch Standard in Laboren, bei Lautsprechern und sogar in der Medizin. Lest unsere Tipps zur Verwendung, verschiedenen Formaten und der besten Bauform.

Die Firma Hirschmann, einigen vielleicht noch als Antennenhersteller bekannt, hat bereits 1924 genormte Stecker eingeführt, die wegen ihrer Bauform Bananenstecker genannt wurden. Sie sind ausschließlich für Niederspannung gedacht, passen aber tatsächlich auch in die Buchsen einer Steckdose. Das Standardmaß für Bananenstecker ist ein Durchmesser von 4 mm. Es gibt aber zum Beispiel auch Stecker mit 6 mm Durchmesser, die unter anderem für eine Verbindung mit professionellen Lautsprechern genutzt werden. Sie haben den Vorteil, höhere Dauerströme (bis zu 80 Ampere) zu vertragen.

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Bananenstecker und Buchsen: Bauformen

Seinen Namen hat der Bananenstecker durch die ursprüngliche Bauweise: Aus einem geraden Stecker wölbt sich an der Seite eine Blattfeder heraus, die für einen stabilen Sitz in der Buchse sorgt. Nach und nach haben sich auch andere Bauweisen etabliert. So sind zum Beispiel sogenannte Büschelstecker zu finden, deren Stecker aus fünf bis sechs sternförmig angeordneten Blattfedern besteht. Technisch gesehen sind diese Stecker eher von Nachteil. Zwar sind sie billiger herzustellen, doch haben sie auch einen höheren Übergangswiderstand. Für exakte Labormessungen ist das nicht zu gebrauchen. Diesen Nachteil versuchen die Hersteller teilweise durch eine Beschichtung mit Gold auszugleichen.

Für einfache Steckverbindungen, zum Beispiel zwischen elektronischen Messgeräten oder Stereoanlagen und Lautsprechern, wird die denkbar einfachste Form der Bananenstecker genutzt. Es gibt auch Varianten, bei denen die Stecker entweder ein Querloch oder eine Kupplung neben dem Kabel haben. Diese dienen dazu, mehrere Stecker an dieselbe Quelle anzustecken.

Nachteile der Bananenstecker

Der Hauptnachteil beim Bananenstecker liegt in einem Fehlen der Verpolungssicherheit. Wenn Steckerfarben als einziges Merkmal zur Unterscheidung dienen können, dann ist die Wahrscheinlichkeit der Verwechselung von Plus- und Minus-Buchse hoch. Meist wird das durch rote (Plus) und schwarze (Minus) Stecker geregelt.

Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus den verschiedenen Bauformen. Wie oben schon erwähnt, besitzt der klassische Bananenstecker nur eine Blattfeder, wodurch ein Großteil des Steckers direkten Kontakt mit der Buchse hat. Büschelstecker haben meist nur noch mit einer geringen Fläche Kontakt, was zu Lasten des Stromflusses geht. Was für die Stromübertragung irrelevant ist, kann bei Feinmessungen zu Fehlern führen.

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So geht’s: Strom sparen beim Einsatz digitaler Geräte.

Wo werden Bananenstecker verwendet?

Der Bananenstecker findet häufiger Verwendung, als uns eigentlich bewusst ist. Er ist weltweit in jedem Labor zu finden, ist bei elektronischen Messgeräten nicht wegzudenken und ermöglicht schnelle Verbindungen zum Lautsprecher. Aber selbst beim Arzt oder im Krankenhaus begegnen sie uns: Nachdem die Kontaktfläche auf die Brust geklebt wurde, „verkabelt“ uns der Doktor mittels Bananensteckern mit dem EEG-Gerät. Teilweise werden die Stecker auch in Kombination mit „Krokodilklemmen“ eingesetzt, um etwa auf einer Seite Strom abzunehmen und ihn mit dem Bananenstecker in ein Messgerät zu führen.

Die Firma Hirschmann hat von der bahnbrechenden Erfindung leider nichts mehr. Nach verschiedenen Verkäufen und Zerschlagungen werden heutzutage zwar noch „Hirschmann-Bananenstecker“ unter dem Markennamen hergestellt – aber die kommen von einer anderen Firma.

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