Stell dir mal vor, ein Entwicklerstudio würde an einem neuen Spiel arbeiten, ohne jedoch dafür die entsprechenden Rechte zu besitzen. Genau das ist vor kurzem geschehen.

 

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Angefangen hat alles vor einigen Tagen, als der noch recht kleine deutsche Entwickler Golden Mushroom Studio plötzlich ankündigte, an einem Nachfolger zum Platformer Glover zu arbeiten. Das feierte im Jahr 1999 sein Debüt auf dem PC, der PlayStation sowie dem Nintendo 64. Ersten Aussagen von Golden Mushroom zufolge konnte sich das Team das entsprechende Trademark sichern und wähnte sich somit auf der sicheren Seite. Doch dem war nicht so.

Kurze Zeit später meldete sich nämlich Piko Interactive zu Wort und gab eindeutig zu versehen, dass sie im Besitzer der Rechte an Glover sind. Die hatten sie im vergangenen  Jahr von Atari erworben, die wiederum im Jahr 2001 Hasbro übernommen hatten. Demnach hat Golden Mushroom allem Anschein nach die Begriffe Trademark und Copyright verwechselt. So ist es zwar durchaus möglich, ein Warenzeichen für einen bestimmten Namen eintragen zu lassen. Das umfasst jedoch nicht die Rechte an Charakteren sowie Inhalten des Originalspiels. Dies alles fällt nämlich unter den Bereich „Copyright“.

Es folgte zunächst eine kurze Phase der allgemeinen Verwirrung, in deren Zuge sogar sämtliche Social-Media-Kanäle von Golden Mushroom plötzlich offline gingen. Die Verantwortlichen der beiden Studios nahmen miteinander Kontakt auf, um eine Einigung zu erzielen. Das Ergebnis: Das bereits begonnene Glover-Projekt von Golden Mushroom muss tatsächlich eingestellt werden.

Auch diese Spiele sind mit dem Gesetzt in Konflikt gekommen.

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Immerhin lässt sich der deutsche Entwickler von diesem Rückschlag nicht unterkriegen: Wie das Team mittlerweile via Twitter bekannt gegeben hat, wird es stattdessen an einem geistigen Nachfolger von Glover arbeiten – nur halt ohne die Lizenz.