Deadpool-Film: 6 unglaubliche Comic-Fakten, die Neulinge bis zum Release wissen sollten

Tobias Heidemann 2

Bitte mal kurz die Hände heben: Wer hat den Deadpool-Trailer gesehen und jetzt richtig Bock auf den Film, aber absolut keinen Plan, was die Comic-Figur angeht? Ah ja, ok. Doch so viele, ja. Dann wird es vielleicht mal Zeit für kleines Deadpool-Bootcamp. Vielleicht lässt sich ja so das gefährliche Halb-Wissen, das dieser Tage zu der Figur im Internet kursiert etwas reduzieren. Die folgenden Fakten sollte eigentlich jeder Besucher des neuen Deadpool-Films kennen. So macht die ganze Angelegenheit nämlich gleich doppelt so viel Spaß. Versprochen! 

Deadpool-Film: 6 unglaubliche Comic-Fakten, die Neulinge bis zum Release wissen sollten

Deadpool wurde nach dem Vorbild von DCs´ Deathstroke erschaffen

Oh ja! Deadpool ist eine ziemlich billige Kopie eines bekannten Charakters aus dem DC-Univserum. Zumindest war das am Anfang so. Ohne hier allzu sehr ins Detail zu gehen – Deadpools Schöpfer, Rob Liefeld, ist in der Comic-Szene eine kontrovers diskutierte Person. Grund dafür ist unter anderem Liefelds lockerer Umgang mit geistigem Eigentum. Die Geschichte um die Erschaffung von Deadpool hat dabei quasi legendären Status in der Comic-Szene erlangt.

Als Liefeld dem kollaborierenden Autoren Fabian Nicieza seinerzeit einen frühen Sketch seines neuen Charakters „Deadpool“ vorlegte, soll dieser, so will es jedenfalls die Legende, geantwortet haben: „Aber das ist doch Deathstroke von den Teen Titans“. Eine durchaus nachvollziehbare Reaktion, sind die Ähnlichkeiten doch derartig offenkundig, dass man schon von einem zünftigen Rip-Off reden kann. Rob Liefeld nahm es offensichtlich sehr gelassen und nannte den Charakter dann auch gleich Wade Wilson. DCs´Deathstroke hört nämlich auf den Namen Slade Wilson. Heute behauptet Deadpool trotz dieser fragwürdigen Entstehungsgeschichte stolz seine Eigenständigkeit.

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Deadpool darf die Vierte Wand brechen

Deadpool trieb ab 1991 viele Jahre nur als zweitrangiges Teammitglied („New Mutants“) sein pervertiertes Unwesen. Erst 1997 bekam er seine erste eigene Serie. Autor Joe Kelly stand dabei dermaßen unter Druck von Marvel, dass er bei jedem neu erschienenen Heft mit der Absetzung der Serie rechnen musste. Deadpool musste also umgehend und ohne Umschweife  funktionieren. Auf längere Storybögen konnte er sich nicht verlassen.

Und so machte Kelly aus der Not eine Tugend und legte den Charakter zunehmend als satirischen Hofnarren an, der kurzweilig und anekdotenhaft durch das Marvel Universum marodierte. Als besonderes Stilmittel erwählte Joe Kelly dabei Deadpools vorführende Kommentare zur Geschichte des Marvel-Univserums. Wade reiste zum Beispiel zurück in der Marvel-Zeit und machte sich über Stil und Dialoge der alter Marvel-Comics lustig. Aus dieser ionischen Gemengelage erwuchs dann nach und nach eine Comic-Figur, die sich sehr wohl bewusst ist, das sie genau das ist: Eine Comic-Figur. Erschaffen von Comic-Autoren und Zeichnern. Seitdem spricht Deadpool uns Leser schon mal direkt an (oder droht uns). Zudem greifen die Deadpool-Autoren regelmäßig Aspekte unserer Welt, genauer gesagt unserer Popkultur, auf und machen sich gemeinsam mit Deadpool darüber lustig.

Lesetipp: Deadpool Classics *

Deadpool hat mal das  Marvel Universum ausgelöscht…und Pinocchio

Fassen wir kurz zusammen. Deadpool begann seine Karriere also als billige Kopie und ist sich seiner Existenz als Comic-Charakter bewusst. Puh, nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen gesunden Geisteszustand. Spoiler: Deadpool ist tatsächlich nicht ganz dicht. Beispiel: Für Wade Wilson bedeutet die Tatsache, dass er ein Comic-Charakter ist, nichts anderes, als dass er eine erbärmliche Marionette ist. Seine Schöpfer herrschen über ihn. Er ist ihr Gefangener. Selbst dann wenn er sich von ihnen mit dem ultimativen Akt befreien möchte, wenn er sich also selbst umbringt, wird er von seinen Schöpfern wieder und wieder für die Befriedigung seiner Leser zurückgeholt. Ein unerträglicher Zustand. Und diesen Zustand will Deadpool beenden.

Indem er einfach alle umbringt. Also wirklich ALLE. Und so kam es, dass Deadpool nicht nur alle Marvel Helden und Bösewichte einmal umgebracht hat (Siehe: „“), sondern auch so ziemlich alle großen Figuren der Weltliteratur, die sie inspirierten (Siehe: ). Darunter Moby Dick, Pinocchio, Sherlock Holmes, Dracula und, und, und. Und warum das alles: Weil er seinen Schöpfer treffen will. Um ihn dann umzubringen. Kein Scheiß!

Lesetipp: Deadpool kills the Marvel Universe *

Deadpools erster Kinoauftritt war…scheiße

In „X-Men Origins: Wolverine“ feierte Deadpool 2009 sein heiß erwartetes Kinodebut. Das lief jedoch nicht so gut für den armen Wade. Die Comic-Leserschaft war außer sich vor Wut. Was auch immer da im Kino wie ein aufgescheuchtes Huhn um Wolverine herumhüpfte, mit Wade Wilson hatte das nicht besonders viel zu tun. Selbst Ryan Reynolds (spielte damals und auch im neuen Deadpool-Film Wade Wilson), seines Zeichens erklärter Fan des Marvel-Charakters, distanzierte sich später entschieden von der bedauerlichen Kino-Version. Kein Wunder, war der Hollywood-Wade doch tatsächlich mit Adamantium-Klingen und Laser-Augen bestückt. Ach und hatten wir schon erwähnt, dass Deadpool – der „Söldner mit der großen Klappe“ – im Kino einen zugenähten Mund hatte. Yeeeep. That Logic.

Der Tod liebt Deadpool…und nein, das ist keine Metapher

Romantische Gefühle spielen in Deadpool-Comics selten eine zentrale Rolle. Das liegt wohl auch daran, dass Wade Wilson kein wirklich attraktives Beziehungsmaterial darstellt. Oder anders gesagt: Der Typ ist ein ziemlich widerwärtiges Stinktier. Das soll aber nicht heißen, dass in Deadpools Brust nicht irgendwo auch ein sehnsüchtiges, kleines, schwarzes Herz schlägt. Und wenn sich Deadpool verliebt, dann auch nicht in irgendwen.

Als der Tod sich persönlich zum Beispiel mal für Wade interessierte, wurden diese Gefühle auch glatt erwidert. Warum sich die Marvel-Personifizierung des Todes für Deadpool interessierte? Weil sie ihn nicht haben kann. Wir erinnern uns: Deadpool kann nicht sterben. Und ihr wisst ja wie das mit den Dingen, die wir begehren, aber nicht haben können, so ist – wir wollen sie halt nur noch mehr. Das Ganze nahm übrigens kein besonders glückliches Ende, was wohl auch dran lag, dass Thanos persönlich plötzlich auch mitmischen wollte.

Lesetipp: Deadpool vs Thanos *

Dogpool? Dogpool!

Das Marvel Universum ist groß. Und dann kommt irgendwann das Multiversum. Kein Wunder also, dass es von fast jeder großen Marvel-Figur gleich mehrere alternative Versionen gibt. Bei Deadpool ist das nicht anders. Wobei, ein bisschen unterscheiden sich die unterschiedlichen Deadpool-Inkarnationen dann doch vom Rest der Marvel Welt – sie sind nämlich deutlich durchgeknallter. Ein paar Beispiele: Dogpool, Pandapool, Zombie-Headpool, Dreadpool, Lady Deadpool,  Wolverinepool, Poolverine.

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