Apple gnadenlos: Dieser Chip verhindert Reparaturen bei neuen MacBooks

Johann Philipp 3

Mit jedem Modelljahr wird es schwieriger: Wer sein MacBook aufrüsten oder selbst reparieren möchte, kommt schnell an die Grenzen. Nun geht Apple einen Schritt weiter: Ein neuer Chip überwacht alle Reparaturen und sperrt den Computer, sobald man bestimmte Komponenten ausbaut. Der Konzern argumentiert mit der Sicherheit der Geräte.

Apple gnadenlos: Dieser Chip verhindert Reparaturen bei neuen MacBooks

Apple bestätigt: T2-Chip sperrt MacBook bei bestimmten Reparaturen

Bereits vor einigen Wochen berichteten wir über Apples neuen T2-Chip, der Reparaturen erschweren soll. Gegenüber dem US-Magazin The Verge hat Apple nun bestätigt, dass bei neuen Macs bestimmte Reparaturen nur von Apple selbst oder durch zertifizierte Werkstätten durchgeführt werden können.

Der verbaute T2-Chip im aktuellen MacBook Pro, dem iMac Pro, dem neuen MacBook Air sowie dem neuen Mac mini speichert unter anderem den Fingerabdruck und ist für das „Hey Siri-Kommando“ zuständig. Er überwacht aber auch den Austausch ausgewählter Komponenten. Wird ein sicherheitskritisches Bauteil gewechselt, wird der Rechner gesperrt und muss von Apple selbst oder einem autorisierten Service-Partner freigeschaltet werden.

Dieses Vorgehen ist gut für die Sicherheit, aber schlecht für alle Hobby-Bastler und Dritt-Anbieter. Welche Komponenten man nicht mehr selbst wechseln darf, verrät Apple nicht. Es soll sich vor allem um sensible Bauteile wie das Touch-ID-Modul und das Logicboard handeln.

Einem inoffiziellen Bericht zufolge sind beim aktuellen MacBook Pro das Display, die Hauptplatine, das Top-Case, das die Tastatur und das Touchpad beherbergt, und die Touch-ID-Einheit betroffen. Beim iMac Pro sollen die Hauptplatine und der interne Flash-Speicher die kritischen Komponenten sein. Offiziell bestätigt hat Apple diese Liste allerdings nicht.

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Service-Partner muss MacBook freischalten

Wenn ein sensibles Bauteil ausgetauscht wurde, muss der Computer mithilfe des „Apple Service Toolkit 2“ wieder freigegeben werden. Dieses Tool bekommen aber nur autorisierte Partner. Drittanbieter können daher nicht mehr alle Reparaturen ausführen. Ist eines dieser Komponenten defekt, führt kein Weg an Apple vorbei.

Die Reparatur-Spezialisten von iFixit spekulieren, dass die Sperre auch dazu eingesetzt wird, um zu verhindern, dass Drittanbieter-Werkstätten mit billigen Teilen nebenbei Geld verdienen.

Apple sagt, dass die große Mehrheit der Reparaturen ohne Sperre durchgeführt werden könne. Trotzdem weitet der Hersteller seine Hoheit über die Reparaturen damit aus. Ein weiteres Argument des Konzerns: Die meisten Mac-Besitzer würden sich nicht trauen, ein Logikboard oder einen Touch-ID-Sensor selbst zu ersetzen. Schließlich erlischt die Garantie, wenn etwas schief läuft.

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Gegenüber den Kunden wird der Schritt mit Sicherheitsmerkmalen argumentiert. Reparaturen im eigenen Einflussbereich kontrollieren zu können, spielt aber wohl ebenfalls eine große Rolle. Noch ist nicht geklärt, ob die Sperre überhaupt schon aktiv ist.

Quelle: The Verge, via 9to5mac

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