Retina-Display im MacBook und iMac: Pixel-Guide für den „Auflösungs-Dschungel“

Sven Kaulfuss 3

Dem Retina-Display gehört die Zukunft. Zuletzt erhielt das neue MacBook in 12 Zoll einen solch hochauflösenden Monitor von Apple spendiert. Doch was steckt hinter der Marketingphrase und was bedeutet die hohe Pixelanzahl wirklich?

Zwei Notebook-Serien (MacBook Pro mit Retina Display + das neue MacBook) und ein Desktop-Mac (iMac mit Retina 5K Display) besitzen eine so hohe Pixeldichte, dass die Augen der Anwender bei normaler Betrachtungsdistanz keine einzelnen Pixel mehr wahrnehmen können. Wirklich „scharf“ ist diese Definition eines Retina-Displays seitens Apple aber nicht, eher ein typischer (zum Teil geschützter) Markenbegriff. Erstmals verwendete der Hersteller diese Bezeichnung beim iPhone 4 im Jahre 2010, 2012 erhielt dann sowohl das iPad als auch die runderneuerte MacBook-Pro-Serie den „Netzhaut-Monitor“.

Definitionsfrage: Besser HiDPI-Display statt „Retina-Marketing-Geschwurbel“

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Die Geschichte des MacBook: 10 Jahre Innovation (Überblick)

Korrekter wäre dagegen die sonst übliche Bezeichnung „HiDPI-Display“ (High Dots Per Inch). Die Funktionsweise kurz und verständlich erklärt: Native Auflösung (tatsächliche Anzahl von Bildpunkten, Pixel des Displays) und „dargestellte Auflösung“ unterscheiden sich voneinander, die notwendige, softwareseitige Umrechnung erfolgt durch das Betriebssystem (iOS beziehungsweise OS X). Folgend hierfür ein kurzes Rechenbeispiel:

Ergo: Im Gegensatz zu „normalen“ Displays, werden für die Darstellung der gezeigten Auflösung die vierfache Anzahl an Bildpunkten (Pixel) verwendet. Das Ergebnis ist ein wesentlich schärferes Bild, dank der wesentlich höheren Pixeldichte. Vorausgesetzt natürlich, Betriebssystem und Anwendungen unterstützen den sogenannten „HiDPI-Modus“.

Retina-Displays: Übersicht der Auflösungen

Apple selbst bewirbt immer nur die native Auflösung. Die „dargestellte Auflösung“, sprich wie viel Platz wir auf dem Bildschirm tatsächlich für Fenster und Bedienelement haben, müssen wir errechnen beziehungsweise wird uns erst in der Systemeinstellung „Monitore“ präsentiert. Hinzu kommen bei den Macs noch skalierte Auflösungen. Dank der sehr hohen Pixeldichte lassen sich so auch höhere, „dargestellte Auflösungen“ nutzen. Im Ergebnis haben wir selbst auf kleinstem Raum wesentlich mehr Platz für viele Fenster und Ebenen.

Doch aufgepasst: Dies kostet Rechenkraft, somit Leistung und bei mobilen Macs Akku-Zeit. Auch erfolgt die Darstellung mit einer leichten Unschärfe, jedoch absolut noch im tolerierbaren Bereich – die Nutzung ist demnach unproblematisch im täglichen Betrieb.

Standardmäßig nicht angezeigt werden kann übrigens die extrem hohe, native Auflösung – zu kleinteilig für die Größe der Displays. Tools wie zum Beispiel „Retina DisplayMenu“, „QuickRes“ oder auch „SwitchResX“ heben diese Beschränkung auf. Wirklich empfehlen möchten wir diese Option aber nicht, es sei denn, man besitzt übermenschliche „Adleraugen“.

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MacBook (12 Zoll)
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MacBook Pro (13,3 Zoll)
Native Auflösung: 2.304 x 1.440 Pixel  2.560 x 1.600 Pixel
Pixeldichte: 226 ppi  227 ppi
Dargestellte Auflösung (im HiDPI-Modus): 1.152 x 720 Pixel  1.280 x 800 Pixel
Skalierte Auflösungen: 1.440 x 900 Pixel
1.280 x 800 Pixel
1.024 x 640 Pixel
1.680 x 1.050 Pixel
1.440 x 900 Pixel
1.024 x 640 Pixel
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MacBook Pro (15,4 Zoll)
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iMac 5K (27 Zoll)
Native Auflösung: 2.880 x 1.800 Pixel  5.120 x 2.880 Pixel
Pixeldichte: 220 ppi  217 ppi
Dargestellte Auflösung (im HiDPI-Modus): 1.440 x 900 Pixel  2.560 x 1.440 Pixel
Skalierte Auflösungen: 1.920 x 1.200 Pixel
1.680 x 1.050 Pixel
1.280 x 800 Pixel
1.024 x 640 Pixel
3.200 x 1.800 Pixel
2.880 x 1.620 Pixel
2.048 x 1.152 Pixel
1.600 x 900 Pixel

Tipp: Käufer, die aktuell zwischen einem neuen MacBook (12 Zoll) und einem MacBook Pro mit Retina Display (13,3 Zoll) tendieren, sollten die höhere Auflösung des Pro-Modells beachten. Weniger wichtig bei der Wahl ist der physische Zuwachs von 1,3 Zoll, entscheidend könnte dagegen die höhere Auflösung  sein – das kleinste MacBook Pro mit Retina Display bietet einfach mehr Pixel und somit auch mehr Platz zum Arbeiten.

4K-Monitor als „Retina-Display“

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Erwähnenswert: Auch externe 4K-Displays profitieren am Mac vom HiDPI-Modus und können zudem noch weitere, skalierte Auflösungen darstellen. Mehr hierzu in unserem 4K-Special.

Quiz: Bist du ein Mac-Kenner?

Welche Beinamen trug OS X? Und welcher Meilenstein der Computerindustrie war von Apple? Wie gut du dich rund um die Apple-Computer auskennst, kannst du in diesem Quiz testen. 20 Fragen zu MacBook, iMac, macOS & Co:

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