„3D Touch“ für alle iPhone und iPads: Warum sich dennoch nicht alle Apple-Nutzer freuen können

Holger Eilhard 5

Mit iOS 13 hat Apple vor einigen Tagen nicht nur viele komplett neue Features vorgestellt, die das Leben mit iPhone und iPad einfacher machen sollen. Auch existierende Funktionen werden vom iPhone-Hersteller angepasst, was einige Nutzer erfreuen wird, während andere über den Wegfall des „echten 3D Touch“ trauern müssen.

iOS 13: 3D-Touch-Features für alle iPhones und iPads

Wenn Apple im kommenden Herbst die neue Version von iOS, iOS 13, für alle Besitzer aktueller und kommender iPhones und iPads zum Download freischaltet, dürfen sich die Besitzer von Geräten ohne „echtes“ 3D Touch, also etwa iPhone XR, SE oder iPads, auf diverse Erweiterungen freuen (via 9to5Mac). Gleichzeitig bedeuten die kommenden Neuerungen aber auch, dass diejenigen mit einem iPhone 6s bis iPhone XS Max, hilfreiche Erweiterungen, die 3D Touch ermöglicht hat, verlieren werden.

Konkret geht es um Apples Versuch, einen Kompromiss zwischen den Geräten zu finden, sodass diese überall dasselbe Ergebnis bei einem langen Druck auf Display liefern. Aktuell, unter iOS 12, unterscheiden sich diese Funktionen noch massiv. So bietet das iPhone XR, welches nur Haptic Touch bietet und damit einen einfachen langen Druck aufs Display erkennt, etwa keinen Schnellzugriff auf Shortcuts auf dem Homescreen. Gleichzeitig, auf einem iPhone XS, kann man durch festes Drücken hier beispielsweise die Kamera-App direkt in einem gewünschten Modus starten.

Der Mittelweg sieht in iOS 13 nun vor, dass beide Geräteklassen Zugriff auf derartige Abkürzungen erhalten. Dies dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die im September erwarteten neuen iPhones des Jahres 2019 angeblich auf ein drucksensitives Display verzichten werden.

Die in 3D Touch enthaltenen Funktionen kommen also in leicht abgewandelter Form auf alle iPhones und iPads. Dies bedeutet konkret, dass man die „Quick Actions“ auf dem Homescreen nun durch einen längeren Druck auf das Display und einem darauf folgenden Loslassen aktiviert. Wie stark man dabei auf den Bildschirm drückt, spielt dabei keine Rolle mehr. Drückt man jedoch zu lange und lässt den Finger auf dem Display, aktiviert man den Modus zum Verschieben und Löschen von Apps.

Dies ist im Vergleich zum aktuellen 3D Touch etwas umständlicher, da man den Finger nicht vom Display nehmen muss. Gleiches gilt auch für das sogenannte Peek & Pop, was zum Beispiel eine Vorschau eines Links auf einer Website in Safari erlaubt, ohne diese vollständig zu öffnen. In iOS 13 ist diese unabhängig vom verwendeten Gerät vorhanden, hat aber immer einen Zwischenschritt, der erfordert, dass man den Finger vom Display nimmt. In iOS 12 können Besitzer eines iPhone XS einfach etwas fester drücken, um die Vorschau vollständig zu öffnen.

Hier ein genauerer Blick auf eines der neuen Features in iOS 13:

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Drucksensitives Display in iOS 13 Beta 1 noch nicht vollständig verloren

In der aktuellen Beta-Version, die Entwickler seit dem 3. Juni testen dürfen, ist das drucksensitive 3D Touch aber noch nicht vollständig verschwunden. So werden Taschenlampe und Kamera auf dem Sperrbildschirm weiterhin mit einem festen Druck aktiviert. Auch die Möglichkeit zur Aktivierung des Touchpad-Modus der Tastatur durch ein festes Drücken auf die Leertaste ist weiterhin vorhanden.

Insgesamt wird die Bedienung damit zwar einheitlich, aber in einigen Fällen etwas umständlicher. Insbesondere auf dem iPad ist das Vorhandensein des langen Fingerdrucks eine willkommene Neuerung. Gleichzeitig müssen sich Besitzer der letztjährigen High-End-iPhones umgewöhnen. 3D Touch wurde in der Vergangenheit aber auch immer wieder kritisiert, da die Funktionen nicht offensichtlich und nicht auf allen Geräten vorhanden waren. Vielleicht führt der Mittelweg in iOS 13 nun zum Erfolg.

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