Wer auffällige E-Mails mit Aufforderungen zu sofortigem Handeln erhält, sollte argwöhnisch werden – es drohen Phishing-Angriffe und das kann teuer werden. Gerade DHL-Kunden müssen sich in Acht nehmen, denn Kriminelle geben sich besonders häufig als DHL aus. 

 
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Bei Phishing an der Spitze: Kriminelle haben DHL-Kunden im Visier

In Zeiten von Home-Office, Onlineshopping und jeder Menge Daten, Fotos und privater Informationen auf Smartphones und Co. sollte es selbstverständlich sein: Kommt von unbekannter Adresse eine E-Mail mit einem Link, klickt man auf keinen Fall unbedacht darauf. Phishing-Attacken sind absolut keine Seltenheit mehr.

Besonders gerne geben sich die Angreifer dabei als große und bekannte Unternehmen mit möglichst vielen Kunden aus. DHL hat es den Kriminellen offenbar besonders angetan. Im Namen des Logistikunternehmens werden mehr Phishing-Nachrichten verschickt als bei allen anderen.

Laut einer Auswertung der IT-Sicherheitsexperten von Check Point standen im vierten Quartal 2021 23 Prozent aller versuchten Phishing-Angriffe im Zusammenhang mit dem Namen DHL (Quelle: Bleepingcomputer). Das Versandunternehmen landet damit knapp vor dem bisherige Spitzenreiter Microsoft. Die Top 10 der vermeintlichen Absender von Phishing-Nachrichten hält weitere bekannte Namen parat:

  1. DHL (23 Prozent)
  2. Microsoft (20)
  3. WhatsApp (11)
  4. Google (10)
  5. LinkedIn (8)
  6. Amazon (4)
  7. FedEx (3)
  8. Roblox (3)
  9. PayPal (2)
  10. Apple (2)

Die Strategie der Betrüger lässt sich an der Liste gut erkennen: Man gibt sich aus als ein erfolgreiches Unternehmen oder eine entsprechende Plattform – je mehr Kunden umso besser. Damit steigt beim ziellosen Versenden der Fake-Nachrichten die Chance, auf echte Kunden des Unternehmens zu treffen, die dann im Idealfall für die Kriminellen auf den mitgeschickten Link klicken und ihnen so auf den Leim gehen.

Was sich hinter dem Begriff „Phishing“ verbirgt, erklären wir hier:

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Weihnachten beschert DHL-Kunden viele Betrugsversuche

DHLs unverschuldeter Misserfolg, diese unrühmliche Liste anzuführen, und damit sogar solche internationalen Schwergewichte wie Microsoft „abzuhängen“, lässt sich zum Teil durch einen zyklischen Effekt erklären. Zum Jahresende kommt wie gewohnt die Weihnachtszeit, seit einigen Jahren verlängert und in neue Höhen getrieben durch den Black Friday.

Gerade im vierten Quartal steigen so die Paketmengen. Durch viele Online-Bestellungen werden auch jede Menge offizielle Nachrichten von DHL verschickt – man denke nur an all die Paketankündigungen vor den Feiertagen. Während dieser E-Mail-Flut erhoffen sich die Betrüger noch bessere Chancen, nicht als solche erkannt zu werden.