Apple ist bekannt für jahrelangen Software- und Hardware-Support für Mac, iPhone, iPad und Co. Allerdings hat diese Großzügigkeit auch mal ein Ende. Spüren werden dies jetzt Besitzer eines MacBook-Klassikers, der aber auch noch heute vielerorts im Einsatz sein dürfte.

 

MacBook Pro mit Retina Display

Facts 
Update vom 7. Juli 2020: Die Berichte von Anfang Juni waren korrekt. Pünktlich zum neuen Monat landete das originale MacBook Pro mit Retina-Display aus dem Jahr 2012 nun auf Apples Liste der obsoleten Produkte. Eine Reparatur oder Ersatzteilbeschaffung für das Modell durch von Apple zertifizierte Servicepartner und natürlich durch den iPhone-Hersteller selbst, scheidet damit ab sofort aus.

Das erste MacBook Pro mit Retina Display wurde im Sommer 2012 vorgestellt (Modelle mit 15-Zoll-Display) und dürfte trotz des Alters wahrscheinlich noch immer zahlreich im Einsatz sein. Denn im Gegensatz zum iPhone altern die Macs einfach besser, da die Entwicklungskurve schon seit geraumer Zeit deutlich flacher verläuft.

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MacBook Pro aus 2012: Apple kündigt bald Support

Dennoch hat für dieses Modell des MacBookPros bald das letzte Stündlein geschlagen und Apple schiebt den mobilen Rechner aufs Abstellgleis. Wie MacRumors aus einer internen Notiz bei Apple nämlich erfahren haben möchte, wird der Hersteller die Unterstützung für das erste MacBook Pro mit Retina Display zum 30. Juni 2020 offiziell abkündigen.

GIGA schaute sich vor 8 Jahren die damals neuen MacBooks mal ganz genau an:

Neue MacBooks 2012

Die Folgen? Apple repariert derartige Rechner einfach nicht mehr. Hilfe gibt es aber auch bei den Apple Service Providern nicht, denn Ersatzteile können fortan nicht mehr bestellt werden. Wer also so ein Schätzchen noch in die Werkstatt bringen möchte, der sollte dies besser noch vor Monatsende tun. Ab Juli muss man sich sonst selber helfen und eventuell auf Bastler abseits einer Apple-Zertifizierung hoffen.

Sieht so vielleicht das MacBook Pro in 8 Jahren dann aus? Schauen wir mal:

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MacBook wird zum Flexbook: Die unglaubliche Zukunft des Apple-Notebooks

Der Prototyp heutiger Notebooks

Das erste MacBook Pro mit Retina Display war in vielerlei Hinsicht der Prototyp des modernen Notebooks – hochauflösende Bildschirme, ausschließlich SSD im proprietären Format statt Festplatten, konsequenter Verzicht auf optische Laufwerke, kein Ethernet-Anschluss und die Begrenzung der Aufrüstoptionen – der Arbeitsspeicher wurde fortan verlötet und konnte nicht mehr getauscht werden. Alles Merkmale, die auch die aktuellen Mobilrechner von Apple auszeichnen und so auch weiterhin Bestand haben. Übrigens: Das 13-Zoll-Modell des MacBook Pro wurde im Herbst des Jahres 2012 derart aktualisiert. Ergo: Auch diese Variante dürfte dann in wenigen Monaten erwartungsgemäß ohne Support dastehen.

Sven Kaulfuss
Sven Kaulfuss, GIGA-Experte für Apple, Antiquitäten und altkluge Sprüche.

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