E-Autos sollen die Zukunft sein, Verbrenner ablösen und so einen Teil zum Klimaschutz beitragen. Doch Deutschland steuert auf ein Elektro-Fiasko zu, wenn man Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer folgt. Er stellt der Regierung ein Armutszeugnis für ihren Umgang mit Elektroautos aus.

Autopapst: Erfolg der Elektromobilität in Gefahr

Damit E-Autos ihren Verbrenner-Pendants den Rang ablaufen können, müssen sie Kundinnen und Kunden überzeugen. Das geht am besten über den Preis, weshalb es noch den Umweltbonus gibt. Die Förderung für Elektroautos wird jedoch ab 2023 schrittweise eingeschränkt und spätestes 2025 abgeschafft – oder früher, wenn das Geld schneller aufgebraucht ist. Ein Fehler, findet Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center for Automotive Research.

Gründe dafür gibt es gleich mehrere: Die Preise nötiger Rohstoffe für die Batterieproduktion seien erheblich gestiegen, die Nachfrage hoch. Das verschlechtere die Chancen auf genügend Nachschub, denn Akkus für E-Autos werden hauptsächlich in Asien produziert. Dudenhöffer erwartet Engpässe in der Batterieversorgung.

Obendrauf kommen steigende Strompreise, während die sich anbahnende wirtschaftliche Rezession den Preis für Rohöl – und damit für Kraftstoffe – perspektivisch senken werde. Während für E-Autos und ihren Betrieb also die Kosten steigen, würden sie bald für klassische Verbrenner fallen. Nicht jedes Glied dieser Kette liegt allerdings in deutscher Hand.

Wohl aber ein weiteres Problem: „Während man in China und den USA das E-Auto mit eigens geschaffenen Programmen sehr forciert, werden bei uns die Budgets für die Umweltprämie gegen Ende des kommenden Jahres aufgebraucht sein“, so Dudenhöffer (Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland). „Alles in allem wird dann zum Beispiel ein VW ID.3 rund 10.000 Euro teurer sein als ein vergleichbarer Golf mit Benzinmotor.“

Der Experte geht noch weiter: Sollte sich die von ihm skizzierte Entwicklung bewahrheiten, „werden wir den Hochlauf des E-Autos 2023 oder spätestens 2024 in Deutschland beerdigen müssen.“ Im nächsten Schritt wäre auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur gefährdet.

Die Gründe von Dudenhöffer würden den bisherigen Kostenvorteil von E-Autos verringern:

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Dudenhöffer bleibt dabei: E-Autos sind die beste Alternative

Trotzdem glaubt Dudenhöffer an das E-Auto: Die Elektromobilität werde in Deutschland zwar ausgebremst und ins Stocken geraten, aber nicht scheitern. „Ich halte den batterieelektrischen Antrieb im Pkw-Bereich für konkurrenzlos. Es wäre „geradezu dumm, würde man nun auf andere Technologien setzen“, meint der Autopapst.