Immer mal wieder gehen Postsendungen auf dem Weg vom Sender zum Empfänger verloren. Die Bundesnetzagentur hat bekannt gegeben, wie viele Beschwerden in diesem Jahr eingegangen sind. GIGA hat die überraschenden Ergebnisse.

 

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Trotz Corona: Postdienstleister sind Herausforderung gewachsen

Wer hat sich nicht schon mal darüber geärgert: Man erwartet einen wichtigen Brief oder hat im Onlineshop bestellt. Aber die Sendung kommt und kommt einfach nicht. Leider kommt es vor, dass Briefe und Pakete verloren gehen. Kunden können sich in solchen Fällen bei der Bundesnetzagentur melden und formal Beschwerde aufgeben. Das haben auch 2020 einige getan, das überraschende Ergebnis: Die Zahl der Beschwerden ist praktisch identisch mit der des Vorjahres – trotz mehr Lieferungen während der Corona-Pandemie und dem Stresstest für die Lieferkette. Die Branche kann insgesamt zufrieden sein.

Bis zum 15. Dezember 2020 gingen 17.930 Beschwerden zu Postdienstleistungen bei der Bundesnetzagentur ein. Im gesamten Jahr 2019 erreichten den Verbraucherservice Post 18.209 Beschwerden. Zum Jahresende 2020 werde darum ein ähnlich hohes Beschwerdeaufkommen erwartet, bilanziert die Bundesnetzagentur. Jährlich werden etwa 3 Milliarden Pakete und rund 14 Milliarden Briefe in Deutschland verschickt.

Die Beschwerden der Verbraucher würden sich auf verschiedene Bereiche beziehen: Gut 50 Prozent betrafen den Paketbereich. Davon entfielen 27 Prozent auf die Wettbewerber der Deutschen Post DHL. Im Jahr 2019 waren es 19,5 Prozent. Rund 34 Prozent aller Themen in 2020 betrafen den Bereich Brief. Davon entfielen hingegen 95 Prozent auf die Deutsche Post AG. Probleme bei der Zustellung von Paketen und Briefen sind laut der Behörde der häufigste Grund für Beschwerden gegen DHL, DPD, Hermes und Co.

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Mehr Schlichtungsanträge von Verbrauchern in 2020

„Das Beschwerdeaufkommen zu Postdienstleistungen bei der Bundesnetzagentur ist 2020 nahezu konstant. Die Corona-Pandemie zeigt bisher keine Auswirkungen auf die Entwicklung der Beschwerdezahlen,“ so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Verändert hat sich hingegen die Anzahl der Schlichtungsanträge. Sie stieg von 1.453 Anträgen in 2019 auf 1.749 Schlichtungsanträge in diesem Jahr. In rund 80 Prozent gehe es laut Bundesnetzagentur um „verlorene, entwendete oder beschädigte Pakete.“ Die Behörde weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die meisten großen Versanddienstleister ihre Teilnahme an Schlichtungsverfahren in den AGBs ausschließen würden. Ob man sich die Mühe machen will, muss also jeder für sich entscheiden.