Toyota hat massive Probleme mit seinem ersten E-Auto. Der bZ4X entwickelt sich vom späten Hoffnungsträger zu einem mittelschweren Albtraum für den japanischen Traditionshersteller. Der Rückruf ist längst im Gange, doch jetzt greift Toyota zu noch drastischeren Mitteln.

Toyota will Kunden brandneues E-Auto abkaufen

Toyotas Start in den Markt reiner E-Autos kam mit dem bZ4X spät. Umso erfolgreicher hätte er eigentlich sein müssen, um überhaupt etwas reißen zu können. Doch es ist anders gekommen. Nach anfänglicher Euphorie bei den deutschen Kunden steht es inzwischen schlecht um Toyotas E-SUV.

Aktuell läuft ein Rückruf der gesamten Modellreihe: Grund sind Radnabenbolzen, die bei sich bei bestimmten Fahrmanövern lösen können. Schlimmstenfalls verabschiedet sich in so einem Fall während der Fahrt ein Rad. In den USA sollen 260 Fahrzeuge vom Rückruf betroffen sein, die bereits ausgeliefert wurden.

Deutsche Kunden haben etwas mehr Glück: 283 bZ4X sollen hier seit Ende Juni zurückgerufen worden sein. Sie waren allerdings noch nicht an die neuen Besitzer ausgeliefert. Weltweit betrifft die Rückrufaktion laut Electrek 2.700 Fahrzeuge – die gesamten Verkäufe seit Marktstart 2021.

Den betroffenen US-Kunden hat Toyota unter anderem Leihwagen zur Verfügung gestellt, einen Schadensersatz angeboten sowie Gutscheine für kostenloses Laden verteilt. Jetzt will der Hersteller sogar noch weiter gehen: Käufer des bZ4X können das E-Auto einfach zurückgeben und bekommen den vollen Kaufpreis erstattet – unter der Voraussetzung, dass das Fahrzeug abgesehen von Toyotas Patzer in gutem Zustand ist.

Erstes Elektroauto setzt aufs Spiel, wofür Toyota schon lange steht

Mit dem Angebot eines Rückkaufs gesteht Toyota ein, dass es gravierende Probleme mit dem Elektroauto gibt. Andernfalls würde man, wie bei Rückrufen sonst üblich, den Fehler beheben und die Fahrzeuge anschließend wieder den Kunden zurückgeben.

Im Trailer ist von den Problemen des bZ4X noch nichts zu erkennen:

Toyota zeigt das Concept Car bZ4X in einem Teaser

Ein kleines gutes Zeichen: Das Problem hat nichts damit zu tun, dass es sich beim bZ4X um ein E-Auto handelt. Weder Akku noch E-Motor sind schuld. Aber: Der japanische Hersteller hat ausgerechnet in seiner Kernkompetenz, der Qualität, gepatzt. Eigentlich sind die Fahrzeuge des aktuell größten Autobauers der Welt gerade für hohen Anspruch und ihre Langlebigkeit bekannt. Umso bitterer ist es da für das Ansehen der Japaner in dieser Hinsicht zu versagen.