Die Schufa kommt Handy-Besitzern offenbar einen Schritt entgegen. Nachdem der schwer fassbare Score der Auskunftei Kunden bisher oft grundlos einen Strich durch die Rechnung machte, hat man wohl ein Einsehen. Wer ein Smartphone besitzt, soll künftig nicht mehr durch Vertragswechsel negativ auffallen.

 
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Schufa knickt ein: Smartphone-Vertrag wechseln kein Negativ-Kriterium mehr

Die Schufa und ihre Datensammelwut sind ein Aufregerthema für deutsche Verbraucher. Kein Wunder, ist man doch häufig genug über eine positive Auskunft angewiesen, ob für Kredite, größere Anschaffungen, Verbraucher- oder sogar Mietverträge. Wenn absolute Nichtigkeiten die Kreditwürdigkeit verhageln, kann es schon mal an Verständnis fehlen.

Zumindest für eine Gruppe, die auf Schufa-Auskünfte nicht selten angewiesen ist, soll es aber einfacher werden. Die Schufa will keine sogenannten Positivdaten aus Handy-Verträgen mehr für eine Bonitätsauskunft berücksichtigen. Wer öfter Verträge und Anbieter wechselt, um Kosten zu sparen, soll keine Nachteile haben. Die Sparfüchse unter den Smartphone-Nutzern können aufatmen.

Bisher konnten häufige Wechsel als „Indiz für eventuelle Zahlungsschwierigkeiten“ gewertet werden (Quelle: dpa via Merkur) und Verbrauchern daher Probleme machen. Offenbar soll auch der Besitz mehrer Handy-Verträge nicht mehr zu einer Abwertung durch die Schufa führen, wie die Auskunftei am Freitag mitteilte. Nur wer wiederholt seine Zahlungsversprechen nicht erfüllt, soll auch weiter einen negativen Score aufgrund des Smartphone-Vertrages erhalten.

Auch wir raten dazu, aus Kostengründen nicht ewig den gleichen Handy-Vertrag zu behalten:

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Schufa-Änderung wird viele Verbraucher betreffen

Der Vorstand der Auskunftei hatte bereits angekündigt, dass die Schufa in Zukunft offener mit ihrem Geschäft umgehen werde. In dieser Hinsicht ist das Ende der Nutzung von Positivdaten wohl zumindest ein guter erster Schritt, wenn auch ein spezifischer. Er wird vielen, die bei der Schufa mit ihren Finanzdaten gelistet sind, zugutekommen, aber längst nicht allen. Vergessen werden sollte auch nicht, dass man weiter den Finger auf Details zum Scoring-Algorithmus hält. So richtig freigiebig will die Schufa nicht werden.

Ob sich auch der Verkauf der Schufa auf das Geschäft und den Umgang mit den Daten der Deutschen auswirkt, ist noch unklar. Mehrere Interessenten hatten allerdings bekannt gegeben, sie wollten für mehr Transparenz sorgen, wie auch die Verbraucherministerin gefordert hatte.