Die hohe Inflation schlägt auf viele Bereiche des alltäglichen Lebens durch: Die Preise für Produkte und Dienstleistungen steigen, auf die deutsche Verbraucher kaum verzichten können. Beim Blick auf den Kontostand tut sich für immer mehr Menschen ein Abgrund auf. Die Sparkasse gibt jetzt eine düstere Prognose ab, wie es weitergehen wird.

 
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Mehr als die Hälfte der Deutschen kann sich Sparen nicht mehr leisten

Die steigenden Preise werden für immer mehr Menschen in Deutschland zur finanziellen Herausforderung. Ob die Heizung in den kommenden Monaten weiter so laufen kann, wie man es in Herbst und Winter gewohnt war, oder die Rechnung für den Wocheneinkauf in ungekannte Höhen klettert – das Leben in Deutschland wird mit großen Schritten teurer.

Wie viele Verbraucher in Deutschland die Preisentwicklung im Alltag erheblich einschränken könnte, hat Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis beziffert: „Wir rechnen damit, dass wegen der deutlichen Preissteigerung perspektivisch bis zu 60 Prozent der deutschen Haushalte ihre gesamten verfügbaren Einkünfte – oder mehr – monatlich für die reine Lebenshaltung werden einsetzen müssen“ (Quelle: Welt).

Deutlich mehr als die Hälfte der Deutschen (24 Millionen Haushalte) wird demnach bald keinen Cent mehr übrig haben, um ihn auf die hohe Kante zu legen. Der Teil der Bevölkerung sei laut Schleweis „nicht mehr sparfähig“. Einen Zeitpunkt, wann es soweit sein könnte, nennt er nicht.

Auch die Volks- und Raiffeisenbanken sehen das Problem: „Die hohe Inflation entzieht den Verbrauchern Kaufkraft, dadurch sinkt die Sparfähigkeit“, so Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), gegenüber Welt.

Die Spar-Funktion von Google Maps gibt es inzwischen auch für Deutschland:

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Bei der Sparkasse rechnet man damit, dass sich die ohnehin schwierige Lage in den kommenden Monaten weiter verschärft. Überzogene Dispo-Kredite auf den Konten der Sparkasse werden tiefer ins Minus gehen, ist man sich sicher. Dieser Trend habe bereits im März mit dem Krieg in der Ukraine begonnen.

Deutsche müssen ans Gesparte gehen

Schleweis‘ Aussage birgt ein weiteres Problem: Die 60 Prozent müssten ihm zufolge nicht nur das gesamte verfügbare Einkommen nutzen, um den Bedarf des Alltags zu bewältigen, sondern es sei auch mehr möglich. Soll heißen: Diese 60 Prozent könnten bald nicht mehr nur zu wenig Geld übrig haben, um noch etwas sparen können. Sie müssten das Angesparte angreifen, um den Alltag zu bewältigen.