Die Lage für Huawei spitzt sich weiter zu: Wie schlimm es um den Handy-Hersteller wirklich bestellt ist, hat jetzt Konzernchef Richard Yu verraten. Bereits im kommenden Monat sollen die Bänder stillstehen, heißt es. 

 

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Nachdem Huawei schon den Verlust der Google-Apps kaum verkraften konnte und die Verkaufszahlen in Deutschland und anderen Märkten geradezu eingebrochen sind, könnte Chinas Vorzeige-Technikunternehmen jetzt vor den Trümmern seines Handy-Geschäfts stehen. Grund sind die US-Sanktionen, die jetzt ihre volle Wirkung entfalten.

Huawei gehen die Chips für Handys aus

Gegenüber der AP hat Huawei-CEO Richard Yu jetzt offenbart, dass dem Konzern langsam die Bestände an Prozessoren ausgehen. „In diesem Jahr könnte es die letzte Generation von Huaweis Kirin-Prozessoren geben“, so Yu. Die Kirin-Prozessoren sind Eigenentwicklungen, die Huawei vor allem in Smartphones der Mittel- und Oberklasse verbaut. Bislang hat TSMC die Chips für Huawei gefertigt, doch durch die verschärften US-Sanktionen kann das taiwanische Unternehmen Huawei nicht mehr beliefern.

Laut Richard Yu sei das ein „sehr großer Verlust“ für Huawei. Ab dem 15. September, also bereits im kommenden Monat, soll die Produktion der Prozessoren stillstehen. Eine Alternative zu TSMC gibt es bis dato auch noch nicht. „Keine Chips und kein Lieferer“, kommentiert Yu nüchtern die Sachlage.

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Rettung für Huawei: Kann Qualcomm einspringen?

Unklar ist, wie es jetzt mit Huaweis Handy-Sparte weitergeht. Mit den Huawei Mobile Services (HMS) versucht der Konzern seit mehr als einem Jahr, die fehlenden Google-Apps zu kompensieren – und kann tatsächlich auf Fortschritte verweisen. Ohne Prozessoren allerdings lässt sich kein Handy verkaufen. Laut Wallstreet Journal hat sich Qualcomm angeboten, als Chip-Lieferant einzuspringen, um Huawei mit Prozessoren zu beliefern. Als US-Unternehmen ist jedoch auch Qualcomm an die Sanktionen gebunden. Womöglich kann Qualcomm Präsident Trump davon überzeugen kann, hier eine Ausnahme zu gewähren. So kurz vor den US-Wahlen dürfte das aber eher unwahrscheinlich sein.