Aufgeben? Das steht bei Huawei trotz aller Probleme nicht zur Debatte. Mehr noch: In einer vielbeachteten Dokumentation hat ein ranghoher Manager klargemacht, dass der chinesische Konzern wieder die Nummer 1 werden wolle. Dafür verzichtet er auch auf die Möglichkeit, mit 45 Jahren in den Ruhestand zu gehen. 

 

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Über Huawei schwebt derzeit wohl das größte Fragezeichen in der 34-jährigen Firmengeschichte. Die US-Sanktionen haben den steilen Aufstieg des Handyherstellers jäh gestoppt und kurzfristig scheint auch keine Lösung für das Problem in Sicht. Wer nun aber glaubt, dass Huawei klein bei gibt, irrt sich gewaltig.

Huawei-Manager sicher: Werden wieder Nummer 1

In der Dokumentation „100 Gesichter von Huawei“ zeigte sich Huawei-Manager Bruce Lee zuversichtlich, was die Zukunft des Elektronikkonzerns angeht. Er werde bis zu dem Tag arbeiten, an dem Huawei wieder die Nummer 1 sei, berichtet MyDrivers. Dafür, so Lee, verzichte er auch auf die Möglichkeit, bereits mit 45 Jahren in den Ruhestand zu gehen, wie es Huawei seinen Mitarbeitern erlaubt.

Ein anderer Huawei-Manager sieht in der misslichen Lage sogar eine Chance. Laut Wu Guoping seien die US-Sanktionen zwar kurzfristig schmerzhaft, würden langfristig aber zu etwas Positivem führen. Sie hätten echte Mängel bei Huawei aufgedeckt, denn es gebe noch immer eine Lücke zu den USA, Europa und Japan. Guoping spielt auf die Abhängigkeit von ausländischen Bauteilen wie Computerchips an, die bei Huawei und anderen chinesischen Firmen noch immer besteht. Die möchte nicht nur Huawei verringern, sondern die Volksrepublik insgesamt.

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Zuletzt hat Huawei das faltbare Mate X2 vorgestellt:

Huawei Mate X2 vorgestellt

Chinesische Android-Alternative könnte entstehen

Der verstärkte Fokus auf Unabhängigkeit zeigt sich aber nicht bei der Hardware. Vor kurzem wurde bekannt, dass auch der chinesische Hersteller Meizu auf die Huawei Mobile Services (HMS) setzen möchte. Das könnte der erste Schritt zu einem gemeinsamen mobilen Betriebssystem sein, das alle Hersteller des Landes verwenden – und der Alptraum von Google, das mit Android bislang den weltweiten Smartphone-Markt beherrscht.