Mehr als nur ein Rettungsring: Huaweis Android-Alternative soll nicht nur den chinesischen Hersteller unabhängig machen, sondern auch als Drohung dienen. Bislang ist dieses Kalkül nicht aufgegangen. Das Blatt könnte sich aber wenden.

 

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Auch ein Elektronikriese wie Huawei ist nicht stark genug, um allein gegen die Übermacht von Android anzukommen. Das eigene Betriebssystem HarmonyOS mit den Huawei Mobile Services (HMS) soll die Unabhängigkeit gegenüber Android sicherstellen. Doch um Entwickler vom Support zu überzeugen, braucht es mehr als nur Huawei. Genau das könnte bald passieren.

Meizu soll Smartphone mit Huawei Mobile Services anbieten

Laut PhoneArena soll mit Meizu ein weiterer chinesischer Hersteller den Einsatz der Huawei Mobile Services in Erwägung ziehen. Das wäre das erste mal, dass die HMS auf einem Nicht-Huawei-Smartphone zu finden sind und ein ernster Schlag für Google. Welches Meizu-Handy hier den Anfang machen soll, steht aber noch nicht fest. Die Huawei Mobile Services sind das Huawei-Gegenstück zu den Google Play Diensten und bieten eine Reihe von unterschiedlichen Apps, den Zugang zu Huaweis eigenen App Store (AppGallery), Bezahlfunktionen und vieles mehr. Mehr als 500 Millionen Nutzer in 170 Ländern sollen bereits Smartphones auf Basis der HMS verwenden.

Ebenfalls unklar ist, ob Meizu Smartphones mit den Huawei Mobile Services außerhalb Chinas anbieten wird. Die Nutzungsbedingungen der Google Play Dienste untersagen so etwas eigentlich. Eine offizielle Ankündigung zur Unterstützung der HMS seitens Meizu gibt es noch nicht.

Auch an eine Google-Maps-Alternative hat Huawei in den HMS gedacht:

Huawei Petal Maps: Neue Alternative zu Google Maps

Erster Schritt für gemeinsame Android-Alternative

Für Google könnte das einem Dammbruch gleichkommen. Seit Huawei von der US-Regierung mit Sanktionen belegt wurde, gibt es Befürchtungen, dass chinesische Hersteller sich zusammentun und ein gemeinsames Betriebssystem als Android-Alternative verwenden. Bislang ist das nicht geschehen. Sollte Meizu nun aber wirklich die Huawei Mobile Services verwenden, könnte das der erste Schritt gewesen sein.