Huawei erlebt aktuell ein Auf und Ab der Gefühle. Erst kürzlich wurden die Sanktionen gegen den chinesischen Konzern verschärft, jetzt gibt es eine wichtige Ausnahmegenehmigung, die aber einen großen Haken hat.

 

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Huawei erhält wieder Chips – aber nicht fürs 5G-Geschäft

Erst kürzlich hat Samsung eine Ausnahmegenehmigung erhalten, die es dem chinesischen Hersteller Huawei wieder erlaubt, Bildschirme von der Tochterfirma Samsung Display zu kaufen. Jetzt berichtet die Financial Times, dass es eine große Lockerung gibt. Chip-Hersteller, die seit dem 15. September keine Halbleiter mehr an Huawei liefern können, dürfen dann jetzt wieder, wenn sie belegen können, dass diese nicht für 5G-Technologie genutzt wird. Da ist dann auch der Knackpunkt, wie das eingeschätzt wird. Ist ein Prozessor und Speicher für ein 5G-Handy dann erlaubt? Das wird sich in den kommenden Monaten herausstellen müssen.

Huawei kann ohne 5G nicht leben. Das chinesische Unternehmen ist führend auf dem Markt und 5G-Handys sind nun einmal die Zukunft. Jetzt auf 5G zu verzichten, nur um Handys auf den Markt zu bringen, wird kaum funktionieren, wenn die Konkurrenz voll auf 5G setzt. Besonders in China und anderen Ländern ist 5G ein Muss. Es wird also spannend sein zu sehen, ob die Einschränkung nur die Produktion der 5G-Infrastruktur für Mobilfunknetze betrifft – oder eben auch Endgeräte. Zumindest der Analyst Edison Lee von Jefferies geht davon aus, dass die US-Regierung Huawei im Geschäft für Smartphones nicht wirklich im Visier hat, sondern nur das Mobilfunknetz. Entsprechend könnte Huawei mit Glück also weiter Smartphones bauen – nur halt ohne Google.

Smartphone-Bestseller

Huawei hat eine Alternative zu Google Maps entwickelt:

Huawei Petal Maps: Neue Alternative zu Google Maps

Falls Huawei durch die neue Ausnahmegenehmigung weiterhin Smartphones mit 5G bauen kann, stünde dem Plan zur Unabhängigkeit von Google nichts mehr im Wege. Das wird zwar nicht von heute auf morgen passieren, auf lange Sicht ist eine Unabhängigkeit von den US-Konzernen aber ein entscheidender Faktor, um sich nicht noch einmal so angreifbar zu machen.