Mit dem Huawei MatePad Pro hat der chinesische Hersteller ein erstes 5G-Tablet vorgestellt, das zudem stark an das iPad Pro von Apple erinnert, aber noch mehr kann. Es lässt sich drahtlos aufladen, kann andere Geräte mit Strom versorgen und verfügt über dünne Ränder. Doch bei der Software gibt es wieder einen großen Haken, der sich nicht wegdiskutieren lässt.

 
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Huawei MatePad Pro (5G): Neues Spitzen-Tablet

Im November 2019 gab es bereits die erste Präsentation für China, nun ist die westliche Welt an der Reihe. Huawei hat mit dem MatePad Pro ein neues Tablet präsentiert, das in einer Ausführung über ein 5G-Modul verfügt. Varianten mit WLAN und LTE kommen ebenfalls – und die sind teils deutlich günstiger.

In allen Varianten kommt das IPS-Panel das Huawei MatePad Pro (5G) auf eine Diagonale von 10,8 Zoll und löst mit WQHD auf, also mit 2.560 × 1.600 Bildpunkten. Das Kontrastverhältnis liegt bei 1.500:1 und die Helligkeit bei 540 Nits. Um ein Verhältnis von Display zu Gehäuse von 90 Prozent zu ermöglichen, sind die Ränder sehr klein konzipiert. Sie kommen auf nur 4,9 Millimeter. In der linken oberen Ecke findet sich außerdem ein Kameraloch für die Selfie-Kamera.

Das Huawei MatePad Pro (5G) mit Zubehör. Bild. Huawei.

Beim verbauten Akku gibt es ein paar Neuerungen, die den Pro-Charakter des Tablets unterstreichen sollen. Kabelgebunden lässt sich die Batterie, die auf eine Kapazität von 7.250 mAh kommt, mit bis zu 40 Watt aufladen – allerdings nur, wenn ein separat erhältliches Netzteil gekauft wird. In der Packung selbst befindet sich nur ein Netzteil mit 20 Watt Leistung.

Drahtlos kann das Huawei MatePad Pro (5G) Strom mit 15 Watt aufnehmen. Hier schlägt das Huawei-Tablet das iPad Pro, das nur kabelgebunden aufgeladen werden kann. Andere Geräte wie Handys oder Kopfhörer des Herstellers lassen sich über Reverse Wireless Charging mit 7,5 Watt versorgen. Der ebenfalls nur separat erhältliche M-Pencil des Tablets lädt sich induktiv und ist per Bluetooth verbunden. 30 Sekunden aufladen reichen aus, um den Stylus 30 Minuten zu benutzen. Er bietet 4.096 Stufen bei der Druckempfindlichkeit und kostet 99 Euro.

Der M-Pencil im Einsatz. Bild: Huawei.

Huawei MatePad Pro (5G) mit starkem Prozessor

Als Prozessor kommt im Tablet die hauseigene Entwicklung Kirin 990 zum Einsatz, die auch im Handy Huawei Mate 30 Pro zu finden ist. Dem Chip stehen je nach Modell 6 bis 8 GB RAM und eine interne Kapazität von 128 GB bis 512 GB zur Seite.

Wie bei den Notebooks von Huawei unterstützt auch das neue MatePad Pro (5G) eine Funktion, bei der die Benutzeroberfläche eines Huawei-Handys auf dem größeren Bildschirm gespiegelt werden kann. Auch Dateien können untereinander einfach ausgetauscht werden, wenn sich das Handy in Bluetooth-Reichweite befindet. Im Desktop-Modus lassen sich bis zu acht Apps gleichzeitig öffnen.

Mehr zum Tablet gibt es hier im Video:

Huawei MatePad Pro (5G): Neues Spitzen-Tablet

Neues Huawei-Tablet mit Android, aber ohne Google

Das MatePad Pro (5G) ist mit Android 10 und der Oberfläche EMUI von Huawei ausgestattet. Auf Apps und Dienste von Google müssen Besitzer des Tablets aber weiterhin verzichten, da der chinesische Hersteller genau wie bei neueren Smartphones keine Lizenz für die Google Mobile Services bekommen hat. Hintergrund ist der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China. Um den Google Play Store dennoch auf das Tablet zu bekommen, ist etwas Arbeit nötig – und die ist mit Risiken behaftet.

Huawei möchte das MatePad Pro als WLAN-Variante je nach Ausstattung zwischen 549 und 749 Euro verkaufen. Die LTE-Version startet bei 599 Euro. Wer mehr Arbeitsspeicher möchte, der wird mit 699 Euro zur Kasse gebeten. Ab April 2020 ist das MatePad Pro erhältlich.

Wann das Huawei MatePad Pro mit 5G-Modul veröffentlicht wird, hat der Hersteller noch nicht verraten. Die Preise sollen hier bei 799 Euro anfangen und bis 949 Euro hochgehen.