Die mangelhafte Ladeinfrastruktur ist der größte Stolperstein auf dem Weg zur Verkehrswende. Abhilfe soll das ambitionierte Deutschlandnetz schaffen. Ein wichtiges Detail im Vorhaben könnte aber dafür sorgen, dass Fahrer eines E-Autos mit hungrigem Magen an der Ladesäule warten müssen.

Wie gut die Ladeinfrastruktur für E-Autos ausgebaut ist, ist in Deutschland regional recht unterschiedlich. Vorne liegen die Millionenstädte Berlin und Hamburg, aber auch größere Flächenländer wie Bayern und NRW. Schlusslicht hingegen ist Mecklenburg-Vorpommern. Luft nach oben gibt es aber überall – vor allem auf der Autobahn. Das soll das Deutschlandnetz ändern: 200 Schnelllade-Standorte sollen entlang der Autobahn entstehen, so der Plan. Ein Detail könnte dem Erfolg aber im Wege stehen.

Deutschlandnetz auf der Autobahn: E-Auto laden ohne Gastronomie

Denn die Schnellladestationen sollen laut Bericht der Tagesschau ausschließlich auf den unbeliebten, nicht-bewirtschafteten Rastplätzen entstehen. Heißt für E-Auto-Fahrer: Kein Kaffee, kein Brötchen oder andere kleinere oder größere Snacks. Auf den bundeseigenen Rastplätzen dürfe keine Gastronomie angeboten werden. Auf Nachfrage heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium: „Für die Art der Leistungen – wie zum Beispiel der Verkauf von Essen und Getränken – sind die rechtlichen Rahmenbedingungen maßgeblich.“

Der Bund habe den Betreibern von Ratsstätten zugesichert, dass nur sie das dürfen. Neben Ladesäulen auch Gastronomie anzubieten, sei das Exklusivrecht von Raststätten, heißt es.

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Ladesäulen-Betreiber fordern Nachbesserungen

Die Betreiber von Ladesäulen wollen das nicht hinnehmen und fordern Nachbesserungen an der Ausschreibung für das Deutschlandnetz an Autobahnen. „Man soll idealerweise auch einen Snack, einen Kaffee und vor allem eine saubere Toilette finden“, beschreibt Linda Boll vom niederländischen Ladesäulen-Betreiber Fastned die Wünsche der E-Auto-Fahrer.

Mehr als 1,9 Milliarden Euro soll die Steuerzahler das Deutschlandnetz insgesamt kosten.