Es ist das ewige Mantra der E-Mobilität: Wer ein Elektroauto fahren will oder bereits fährt, braucht eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur. In Deutschland geht es zwar voran, doch ein Bundesland ist eindeutiges Schlusslicht.

Mit dem E-Auto in den Urlaub fahren und einfach unterwegs mal eben eine Pause machen, um den Akku wieder aufzuladen – ganz so einfach ist es leider meist für E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer noch nicht. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur ist noch Luft nach oben. Aber wie gut – oder schlecht – sieht es wo aus? Antworten gibt die Bundesnetzagentur dank einer aktuellen Erhebung.

E-Auto-Fahrer müssen in Mecklenburg-Vorpommern lange nach einer Ladesäle suchen

Demnach gibt es in Deutschland mit Stand vom Januar 2022 insgesamt 52.203 öffentlich zugängliche, von der Bundesnetzagentur registrierte Ladepunkte. Sie teilen sich auf in einen Großteil sogenannter Normallladepunkte, die also nicht schnellladefähig sind. Diese machen 44.486 Stück aus. Schnellladepunkte kommen deutschlandweit auf 7.717 Stück. Das entspricht nicht genau der Zahl verfügbarer Ladesäulen, da an einer Säule auch mehrere Ladepunkte, also Anschlüsse, vorhanden sein können.

Die öffentlich zugänglichen Ladepunkte sind jedoch nicht gleichmäßig verteilt, es gibt im Gegenteil deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Rein nach Zahlen stehen Bremen und das Saarland am schlechtesten dar mit 328 beziehungsweise 444 Ladepunkten (Quelle: Bundesnetzagentur) – bei Stadtstaat und dem kleinsten Bundesland keine Überraschung.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl hingegen trotz viel Fläche auffallend gering. Dort stehen 477 Normallladepunkte und 102 Schnelllader. Auch Sachsen-Anhalt bleibt, wenn auch knapp, im dreistelligen Bereich mit 983 Ladepunkten. Wer in Mecklenburg-Vorpommern mit dem E-Auto unterwegs ist, sollte demnach bei der Routenplanung besonders aufmerksam auf die verfügbaren Ladestationen achten, wie die Übersicht zeigt:

So viele öffentlich zugängliche Ladesäulen stehen derzeit in Deutschland (Bildquelle: Bundesnetzagentur)

Entscheidend sind dabei auch, wie viele E-Autos vor Ort unterwegs sind. Gäste nicht eingerechnet, haben wir die zugelassenen E-Autos pro Schnelllader in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

Bayern ist Spitzenreiter bei Ladepunkten

Besonders viele Ladepunkte stehen hingegen in Hamburg und Berlin im Vergleich zur Fläche sowie in Nordrhein-Westfalen und Bayern nach absoluten Zahlen. Spitzenreiter ist Bayern mit 10.719 Ladepunkten, davon 1.385 Schnelllader.

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Dass damit bei vielen Ladepunkten auch die Ladesituation besonders komfortabel ist, lässt sich hingegen nicht sagen. Es kommt immer auf die Auslastung an, die zum einen dort höher ist, wo viele E-Autos sind, und andererseits fluktuieren kann.