Faltbare Smartphones mit einem durchgängigen Display sind seit einigen Monaten in aller Munde. Nachdem vor allem Samsung und Motorola erste aufklappbare Handys gezeigt haben, offenbaren neue Dokumente nun, wie Apple sich dieser Herausforderung stellen könnte.

Apple: Mehrere Geräte sollen zu einem großen Display verschmelzen können

Während Samsung zunächst mit dem Galaxy Fold und vor einigen Wochen dann mit Galaxy Z Flip vorgelegt hatte, ist aus Cupertino – wie in derartigen Fällen üblich – wenig Offizielles zu hören. Wie sich nun aber zeigt, machen sich die Ingenieure und Entwickler in Apple Park definitiv Gedanken darüber, wie ein klappbares Gerät aussehen könnte. Ein aktuelles Patent bietet einen Überblick dazu, welches unter anderem von AppleInsider entdeckt wurde, wie ein zukünftiges iPhone oder auch iPad aussehen könnte.

Die von Apple gezeigten Beispiele erinnern dabei weniger an die Geräte von Samsung oder Motorola, mit dem neuen Razr, sondern eher an die von Microsoft vorgestellten Pläne – das Surface Duo lässt grüßen. Apples Ingenieure beschreiben nämlich wie zwei unabhängige Smartphones oder Tablets, zu einem großen Gerät „zusammenwachsen“ können. Die Beispiele erinnern aber auch an Apples „Knowledge Navigator“, welcher sich ebenfalls auffalten ließ – eine Zukunftsstudie aus den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Die einzelnen elektronischen Geräte sollen dabei automatisch erkennen können, wenn sie sich nebeneinander befinden. Dazu messen Sensoren etwa, wenn die Rahmen der beiden Geräte sich angenähert haben. Daraufhin passt sich beispielsweise der Bildschirm an, indem er nun als ein großes Display genutzt werden kann – Inhalte können sich über die beiden Hälften verteilen. Ähnliches gelte auch für Kameras oder andere Sensoren, die nun als eine Einheit miteinander zusammenarbeiten können. Die Technik soll auch mehr als nur zwei einzelne Geräte unterstützen können, sodass etwa eine Videowand aus vielen Tablets oder Smartphones denkbar wäre.

Apples Beschreibung legt sich aber nicht konkret fest, dass es sich beispielsweise um zwei vollständig getrennte iPhones  handeln kann. Eine Grafik zeigt etwa ein biegsames Gehäuse, welches stark ans Surface Duo oder auch das Smart Cover vom iPad erinnert.

Beim iPhone 11 – hier unser Hands-On – handelt es sich noch um ein ganz klassisches Smartphone, welches ohne die Display-Probleme der aktuellen Foldables daherkommt:

Das iPhone 11 im Hands-On.

Faltbares Gerät von Apple: Magnete können für den Halt sorgen

Während eine Integration in eine faltbare Hülle oder Gehäuse gezeigt wird, sollen aber auch Magnete dafür sorgen können, um die verschiedenen Geräte verschmelzen zu lassen. Apple lässt sich im Patent aber Spielraum dafür, um welche Art von Geräten es sich dabei handeln darf. Laut den Ingenieuren könnten es Smartphones, Tablets, Laptops oder auch Smartwatches sein. Auch eine Mischung aus verschiedenen Gerätetypen schließt Apple nicht aus.

Apples Ingenieure hatten das Patent bereits im Juni 2017 eingereicht, veröffentlicht wurde es aber erst vor einigen Tagen am 10. März 2020. Derartige Patente erlauben jedoch keine direkten Rückschlüsse darauf, ob oder wann der Hersteller die gezeigte Technologie wirklich in realen Produkten in Zukunft nutzen wird.