Nach dem Marktstart von Intels neuen Prozessoren berichteten viele Magazine, dass AMD noch ein Ass aus dem Ärmel gezogen hätte. Nun meldet sich das Unternehmen zu Wort und klärt den Sachverhalt. 

Update vom 27.Mai 2020: Soeben wurden wir von der Presseagentur von AMD darüber in Kenntnis gesetzt, dass es keinen offiziellen Preisnachlass für den Ryzen 9 3900X gibt. Der UVP des Zwölfkerners bleibt also vorerst unverändert.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich der Preis im Handel durch den Verkaufsstart der neuen Intel-Prozessoren mit dem Lauf der Zeit nicht doch noch abwärts entwickelt. Zudem arbeitet AMD laut der Gerüchteküche gerade an einem Refresh des Ryzen 9 3900X. Sollte sich das bewahrheiten, könnte der Preis des „alten“ Modells ebenfalls fallen. Es bleibt spannend.

Originalartikel:

Reaktion auf neue Intel-Chips: AMD macht den Ryzen 9 3900X offiziell günstiger

Intels neue Prozessoren sind offiziell in den Verkauf gestartet und auch die ersten Testberichte sind bereits online. Den Marktstart der Konkurrenz lässt AMD natürlich nicht unbeantwortet und hat sich einen cleveren Schachzug ausgedacht. Um den potenziellen Kunden die eigene Ware noch schmackhafter zu machen, hat sich der Chiphersteller dazu entschieden, den Preis eines beliebten aktuellen Prozessors zu reduzieren.

Der aktuelle UVP des Ryzen 9 3900X wurde von 529 auf 410 US-Dollar reduziert. Für einen aktuellen Prozessor mit 12 Kernen ist das ein echtes Schnäppchen! Doch obwohl AMD die Händler damit indirekt auffordert, ebenfalls den Preis der CPU anzupassen, scheinen diese noch nicht so richtig mitziehen zu wollen, wie PCGamesHardware berichtet.

Ryzen 9 3900X bei Mindfactory anschauen

Kann AMD seinen Höhenflug aufrecht erhalten? Aktuell läuft es fantastisch für den Underdog – aus gutem Grund:

AMD vs. Intel: Wie sich Intel die Butter vom Brot klauen lässt.

Günstigere Preise für den Ryzen 9 3900X: Warum zieht der Handel nicht mit?

Und das aus gutem Grund: Hierzulande liegt der Preis des Ryzen 9 3900X bereits seit geraumer Zeit bei 429 bis 439 Euro – und damit weit unter dem früher von AMD veranschlagtem UVP von 529 US-Dollar. Gleichzeitig darf man auch nicht vergessen, dass der Markt nach einem simplen Angebot-Nachfrage-Prinzip funktioniert. Mit anderen Worten: Wenn die Händler ihre Prozessoren für diesen Preis loswerden, warum sollten sie dann den Verkaufspreis überhaupt reduzieren?

Es bleibt also abzuwarten, ob AMDs Preisanpassung sich auf die Preise der lokalen Händler übertragen wird. Letzten Endes liegt die Entscheidung bei den Kunden. Wenn AMDs Zwölfkerner nach dem Verkaufsstart der neuen Intel-Prozessoren wie Blei in den Regalen liegen bleibt, werden auch die Preise purzeln. Bleibt der Absatz an Chips unverändert, gibt es auch keinen Grund für eine Preisanpassung.