Früher war nicht alles besser, auf keinen Fall. Ein Beispiel? Die neusten und coolsten Kinofilme und Fernsehserien kamen damals erst Monate, manchmal sogar erst Jahre später zu uns über den großen Teich. Dank Netflix und den Streaming-Diensten stimmt dies doch aber nicht mehr, oder? Weit gefehlt, das dunkle Zeitalter kommt wieder – mein Thema der heutigen GIGA-Wochenendkolumne.

Die Streaming-Dienste verhießen nicht nur eine enorme Vielfalt an Inhalten, auch standen sie bisher für eine weltweite, gleichzeitige Verfügbarkeit. Wartezeiten für den deutschen, beziehungsweise den europäischem Markt gab es nicht mehr. Die Zukunft sah also rosig aus, während der Corona-Pandemie fanden dann sogar Kinopremieren weltweit bei Netflix und Co. statt. Doch dies scheint vorbei, die Diversifizierung des Marktes fordert weitere Opfer.

Netflix und Co. sorgen für Frust: Neue Star-Trek- und DC-Serien ohne Deutschlandstart

Aufgrund der Vielzahl der Streaming-Dienste, die dann auch nicht immer in allen Märkten einheitlich auftreten, droht uns jetzt die Rückkehr zu alten und grauenhaften Zuständen. Ein aktuelles Beispiel: Die neueste und aktuell auch beste Star-Trek-Serie (IMDb-Bewertung 8,1 von 10) kann ich hierzulande offiziell leider nicht sehen. Im Gegensatz zu „Star Trek: Discovery“ und „Star Trek: Picard“ gibt's für „Star Trek: Strange New Worlds“ noch nicht einmal einen deutschen Starttermin, geschweige denn eine neue Heimat. Aktuell nur auf Paramount+ in den USA zu sehen.

Macht Lust auf mehr? Tja, Pech ... Strange New Worlds läuft erst mal nicht in Deutschland:

Star Trek: Strange New Worlds – Trailer

Nur wo werden die Folgen hier laufen? Auf Netflix wie einst Discovery? Wohl eher nicht, die letzte Staffel und alle anderen verschwanden ja bereits von dort, wurden dann mit Werbung im linearen Streaming-Fernsehen von Pluto TV feilgeboten. Und Picard lief zwar bei Amazon, wohl aber nur weil die Verträge noch dazu zwangen. Strange New Worlds wiederum wird wohl für einen deutschen Start von Paramount+ zurückgehalten.

Nicht das einzige Beispiel, denn mit „Peacemaker“ lief ja die erste und nicht nur deswegen beste Serie (IMDb-Bewertung 8,4 von 10) des DC Extended Universe bereits Anfang des Jahres in den USA. Für Deutschland gibt's noch keine Information wann und wo die HBO-Max-Serie zu uns kommt. Vielleicht zu Sky, eventuell sogar zu RTL+, nachdem die einen entsprechenden Deal gemacht haben? Wer weiß das schon.

Und auch „Peacemaker“ mit John Cena hat noch keinen deutschen Starttermin:

Peacemaker – Trailer

Legal gibt's nicht? Willkommen in der Illegalität

Nur eines ist klar: Das ungeordnete Angebot an unzähligen Streaming-Diensten sorgt für Frust und treibt Nutzerinnen und Nutzern wieder in die Illegalität. Wenn es nicht mal legale, unkomplizierte Möglichkeiten des Konsums gibt, dann besorgt man sich die Inhalte vielleicht gleich in den dunklen Gegenden des Internets. Nicht jeder kennt sich halt mit VPN-Diensten (NordVPN ansehen) aus oder scheut diese bisher.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Ein Situation, in der alle Teilnehmer am Ende verlieren, die potenziellen Kunden, aber natürlich auch die Streaming-Anbieter. Die bekommen letztlich nicht mehr genügend zahlungswillige Nutzer zusammen und müssen früher oder später wieder aufgeben. Warum nur muss jeder sein eigenes Süppchen kochen? Früher, also nicht ganz früher, war es vielleicht doch besser. Da gab es maximal ein, zwei Streaming-Dienste. Heute gibt's viel zu viele und die guten Inhalte kann man dann noch immer nicht legal konsumieren. Kann man sich nicht ausdenken.