Mit dem Raspberry Pi steht Bastlern ein leistungsstarker Mini-PC zur Verfügung, der nicht nur flexibel eingesetzt werden kann, sondern auch unglaublich widerstandsfähig ist. Wie viel die kompakte Platine wirklich aushält, zeigt das Beispiel eines Twitter-Nutzers, der seinen Pi kurzerhand zersägt hat. 

Abgesägt: Bastler sägt sich seinen eigenen Raspberry Pi 3A zurecht

Eigentlich ist der Raspberry Pi für einen PC schon ziemlich kompakt gebaut. Für Twitter-Nutzer GregDavill scheint die Platine aber trotzdem noch zu groß gewesen zu sein. Als der Hobbybastler seinen Schreibtisch aufräumte, entdeckte er eines seiner alten Projekte wieder. Zu einer Bestellung erhielt er einen Raspberry Pi 3B+ gratis dazu und entschloss sich kurzerhand, den Einplatinencomputer mithilfe einer Säge etwas zurechtzustutzen. Das Ergebnis hielt er in Bildern fest, die er nun auf Twitter veröffentlichte:

Das Verrückte an der Geschichte: Obwohl dem Pi geschätzt ein Drittel seiner Platine fehlt, soll er laut Aussage des Bastlers immer noch hochfahren – und das aus gutem Grund, wie er anmerkt:

„Alle prozessorkritischen Signale wurden in der Nähe des Prozessors verbaut.“

Die harsche Verschlankungskur seines Raspberry Pi gewährt uns einen interessanten Blick auf die einzelnen Platinenschichten, beschränkt aber auch die Funktionen des Computers. So sind etwa der Ethernet-Anschluss und die USB-Ports der Säge zum Opfer gefallen.

Mit dem Raspberry Pi 4 erhielten einige neue Funktionen und Ports Einzug in den Mini-PC:

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Wer sich selbst daran versuchen will, seinen eigenen Mini-Pi zu basteln, sollte laut GregDavill folgende Punkte beachten:

  • Man muss direkt durch den POE-Power-Header sägen und die entsprechenden Stellen mit einem feinen Schleifmittel abschleifen.
  • Der halbierte Controller-Chip für USB und Ethernet muss entfernt werden, sonst bootet das System nicht.

Wir raten euch übrigens nicht dazu, euren Raspberry Pi ebenfalls zu zersägen. Falls euer Mini-PC nach einem Nachbauversuch kaputt sein sollte, habt ihr zwar unser Beileid, bekommt aber keinen Ersatz spendiert.

Laut dem Hobbybastler soll die Modifikation auch beim Raspberry Pi 4 funktionieren. Er selbst habe jedoch gerade kein Modell zur Hand, um es auszuprobieren. Sogar einer der Mitbegründer der Raspberry Pi Foundation, Pete Lomas, wurde auf den „Pi-Hack“ aufmerksam und beglückwünschte GregDavill zu seiner Konstruktion.