Dass die US-Sanktionen Huawei schwer zu schaffen machen, ist hinlänglich bekannt. Die jüngste Verschärfung führt nun aber erstmals dazu, dass der Handy-Hersteller seine Pläne komplett über den Haufen werfen muss. Leidtragende sind die Kunden, die weniger Auswahl haben.

 

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Wie jeder große Android-Hersteller hat Huawei das Jahr zweigeteilt: Im Frühjahr soll die Neuauflage der P-Serie die Käufer anlocken, im Herbst dann eine neue Version der Mate-Reihe. Ob das chinesische Unternehmen aber auch in diesem Jahr an der bekannten Strategie festhalten kann, ist mehr als fraglich.

Huawei Mate 40: Massenproduktion des Handys gestoppt

Der Launch des Mate 40 (Pro) könnte sich spürbar nach hinten verschieben, wie Android Authority unter Berufung auf die Nikkei Asian Review berichtet. Demnach hat Huawei seine Zulieferer gebeten, die Massenproduktion für wichtige Komponenten des kommenden Huawei-Flaggschiffs vorerst zu stoppen. Grund sind die verschärften US-Sanktionen, die im Mai in Kraft getreten sind und Huawei von der Chip-Versorgung abschneiden. Da TSMC, das Huawei bislang mit Prozessoren versorgt, auf US-Technik zugreift, darf das taiwanische Unternehmen keine Recheneinheiten mehr an den Handy-Hersteller verkaufen.

„Die Verzögerung der Massenproduktion für die neue Mate-Serie wird mindestens zwei Monate andauern“, so die Quelle gegenüber der Nikkei Asian Review. Ein anderer Zulieferer teilte der Publikation mit, dass Huawei die bereits bestehenden Lagerbestände überprüft und auf der Suche nach alternativen Prozessorherstellern ist, zum Beispiel MediaTek. Das allerdings würde zu einem Re-Design der mechanischen Teile des Smartphones führen, was Zeit koste.

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Verzögerungen kann sich Huawei nicht leisten

Der Vorgänger, das Huawei Mate 30 Pro, wurde am 19. September 2019 in München vorgestellt. Eine Verschiebung des Nachfolgers um mindestens zwei Monate würde bedeuten, dass das Mate 40 (Pro) frühestens Ende November auf den Markt kommt – viel zu spät, um dem kommenden Galaxy Note 20 und iPhone 12 noch die Stirn zu bieten. Durch die fehlenden Google-Apps verkaufen sich Huawei-Smartphones ohnehin deutlich schlechter als vorher. Verzögerungen beim Launch neuer Handys kann sich der Konzern eigentlich nicht leisten.

Kaan Gürayer
Kaan Gürayer, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets und Smartwatches.

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