Der wichtigste europäische Smartphone-Produzent hat ein Absatzproblem. Nun soll eine heftige Finanzspritze für HMD Global dafür sorgen, dass Nokia-Handys auch in Zukunft relevant bleiben. Neue Märkte sollen ebenfalls erobert werden. Kann das gelingen?

 

HMD Global

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Nokia: 195 Millionen Euro Finanzierung gesichert

Nach einer neuen Finanzierungsrunde kann HMD Global als Hersteller von Nokia-Smartphones nun auf eine satte Summe von rund 195 Millionen Euro zurückgreifen. Das gab das finnische Unternehmen jetzt bekannt, zusammen mit der Zielvorgabe, in Zukunft in mehr Märkten präsent zu sein. Namentlich genannt werden Brasilien, Indien sowie der gesamte afrikanische Kontinent. Auch in den USA möchte man in Zukunft verstärkt angreifen, um mehr Handys verkaufen zu können. Neue Dienstleistungen sollen ebenfalls hinzukommen. Nokia-Smartphones werden in 91 Ländern angeboten.

Von wem das Geld stammt, wurde nicht konkret beantwortet. Es soll von „globalen strategischen Partnern“ kommen, die an die Zukunft der traditionsreichen Handymarke glauben. HMD Global sieht bei seinen Smartphones eine „außergewöhnliche Produktqualität“, die von „marktführender Verlässlichkeit“ unterstrichen werde. Gemeint ist das Versprechen, dass Smartphones von HMD Global drei Jahre lang Sicherheitsupdates bekommen, während bei anderen Herstellern oft schon nach zwei Jahren Schluss ist.

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HMD Global war mit seinen Nokia-Handys zunehmend in eine Krise geraten. Nach einem fulminanten Start, in dem im Grunde jedes Quartal mehrere Millionen Einheiten verkauft werden konnten, gehen die Zahlen seit Mitte 2019 deutlich nach unten. Immer weniger Kunden entscheiden sich für ein Handy aus dem Hause Nokia, was sich beim Umsatz deutlich bemerkbar macht.

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Nokia: Geringer Marktanteil in Deutschland

In Deutschland verkaufen sich die Smartphones von HMD Global nicht besonders gut. Der Marktanteil soll laut StatCounter gerade noch bei 0,7 Prozent liegen, womit das Unternehmen noch hinter Motorola und LG steht. Wird der europäische Markt betrachtet, dann sieht es mit einem Anteil von 0,95 Prozent auch nicht viel besser aus. Weltweit gesehen wird Nokia unter „Weitere“ zusammengefasst.