Die Elektronikbranche weltweit kämpft mit hoher Nachfrage bei weniger Nachschub. Die Situation ist Gift für niedrige Preise. Wie viel teurer der Kauf eines Fernsehers bald wird, zeigt sich bereits bei LG und Samsung.

 

Samsung Electronics

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Anhaltend starke Nachfrage nach Unterhaltungselektronik und immer wieder auftretende Produktionsprobleme bestimmen derzeit die Herstellung von Smart TVs. Experten erwarten seit einiger Zeit, dass die Preise für Fernseher ordentlich anziehen. Jetzt gibt es Zahlen aus Südkorea, wo Verbraucher das bereits zu spüren bekommen.

Steigende Preise für Fernseher: Über 20 Prozent Plus bei Samsung

Bei den beiden größten Produzenten aus Südkorea, Samsung und LG, steigen die Preise deutlich: Im Vorjahresvergleich zahlten Kunden für Samsung-TVs im ersten Halbjahr 2021 ein Plus von 23 Prozent, LG schlägt 19,5 Prozent drauf. Durchschnittlich waren es rund 20 Prozent mehr als 2020 (Quelle: The Korea Economic Daily).

Gründe sind die steigenden Preise vor allem in der Display-Produktion, aber auch die Chipknappheit. Laut Samsung seien die Kosten dabei in einem Jahr um 66 Prozent in die Höhe geschossen. Was die Hersteller an Mehrkosten ausgeben müssen, holt man sich in aller Regel beim Verkauf vom Kunden wieder.

Ein Nebeneffekt der Entwicklung: Die Hersteller konzentrieren sich bei knappen Ressourcen auf hochpreisige Modelle mit besserer Marge. Für preisbewusste Käuferinnen und Käufer verschärft das auf Dauer die Situation. Laut dem südkoreanischen Wirtschaftsportal geht die Industrie davon aus, dass die Preise sich auf absehbare Zeit nicht erholen, sondern eher noch weiter steigen werden.

Was ihr beim Fernseher-Kauf beachten solltet, zeigen wir im Video:

Fernseher – So findet ihr den richtigen

Was kommt auf Fernseh-Käufer in Deutschland zu?

Die Situation am koreanischen TV-Markt dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit die gleiche sein, die auch deutsche Verbraucher erwartet. Samsung und LG sind hier als Hersteller gefragt, besonders LG kommt dank seines bei Fernsehern besonders guten Rufs in Deutschland gut an. Beispielsweise zahlt man derzeit für OLED-Modelle von LG meist deutlich über 1.000 Euro. Eine Preissteigerung von rund 20 Prozent hieße ein Plus von mehr als 200 Euro – und ist nicht unwahrscheinlich.

Es gilt weiterhin: Wer einen neuen Fernseher sucht, sollte besser schnell zuschlagen – oder sich auf längere Wartezeit einstellen. Trotz der angespannten Situation sind zwar noch Schnäppchen möglich, in der Regel muss man sich dann aber mit Vorjahresmodellen zufrieden geben.