Die Preise für Strom und Gas beginnen sich zu erholen. Doch die Kosten sind für viele Haushalte in extreme Höhen geschossen, die sie sich nicht gefallen lassen wollen oder können. Da hilft dann nur die Kündigung. Ein Weg, den immer mehr deutsche Verbraucher gehen.

Mivolta, Primastrom, Voxenergie: Immer mehr Strom- & Gaskunden kündigen ihre Verträge

Immer mehr deutsche Bürgerinnen und Bürger kündigen bei ihrem Energieversorger. Bei Gas- und Stromverträgen haben die im Auftrag der Kunden durchgeführten Kündigungen bei dem Anbieter Volders im vergangenen Jahr deutlich zugelegt: Um 33 Prozent mehr Stromverträge wurden beendet, bei den Gasverträgen steht sogar ein Plus von fast der Hälfte mit 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr in den Büchern.

Die Gründe sind für den Kündigungsanbieter einerseits vielfältig, andererseits sticht aber einer heraus: die starken Preiserhöhungen. Mit 25 Prozent nannte genau ein Viertel der Kunden einen Anstieg der Preise im alten Stromvertrag als Grund für ihre Kündigung. Beim Gas wurden die Preisexplosion von 2022 sogar zum häufigsten Kündigungsgrund überhaupt mit 33 Prozent.

Dabei sind laut Mitteilung von Volders drei Energieversorger durch viele Kündigungen besonders aufgefallen: Spitzenreiter ist Mivolta mit einem Anstieg der Kündigungen um 324 Prozent –  mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Mehr als verdreifacht haben sich auch die Kündigungen bei Primastrom und Voxenergie. Vor diesen beiden Anbietern warnt seit 2022 auch der Verbraucherschutz wegen ihrer fragwürdigen Preispolitik. Bei allen drei gaben die Kunden die Preiserhöhungen als häufigsten Grund an, den Anbieter zu wechseln.

Allgemein stellt Volders fest, dass auf die Ankündigung starker Preiserhöhungen regelmäßig eine Kündigungswelle folgt: „Wenn Unternehmen ihre Preise mehr als verdoppeln, reagieren viele Betroffene darauf mit einer Kündigung“, so Jan Hendrik Ansink, Gründer von Volders.

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Kritik der Kündigungsprofis: Energieversorger halten Bestätigungen zurück

Die Kündigungsexperten kritisieren außerdem eine weitere Praktik der Energieversorger: In keiner anderen Branche dauert es Volders zufolge so lange, bis die Kunden ihre Kündigungsbestätigung erhalten. 13 Prozent der Wechselwilligen gaben 2022 an, erst auf Nachfrage eine Bestätigung über das Vertragsende erhalten zu haben, wozu Anbieter eigentlich zeitnah verpflichtet sind.

Mit den ab 1. März greifenden Preisbremsen für Strom und Gas ist das Problem übrigens nicht erledigt. Verbraucherschützer warnen vor extrem hohen Abschlägen, die manche Versorger von ihren Kunden verlangen, und rufen dazu auf, die Ankündigungen genau zu prüfen.

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