Red Dead Redemption 2: Bekommt der Online-Modus mehr Aufmerksamkeit?

Johannes Repp 1

Wie es aussieht, wird Red Dead Redemption 2 wohl keine Erweiterungen für den Singleplayer-Modus erhalten. Bekommt dafür der Online-Modus die volle Aufmerksamkeit?

Red Dead Redemption 2: Bekommt der Online-Modus mehr Aufmerksamkeit?

Wir haben es schon bei GTA V gesehen: Nachdem der Online-Modus des Spiels erschien, fiel der Singleplayer-Modus hinten runter. Das muss nichts Schlechtes sein, die Kampagne um Michael, Trevor und Franklin findet, je nach Wahl des Spielers einen recht finalen Abschluss. Meiner Ansicht nach braucht es hier keine Erweiterungen und DLCs, Spaß findet man genug im Online-Modus. GTA Online blüht bis heute und hat eine treue, lebendige Community. In aller Regelmäßigkeit schießt der Entwickler Rockstar Games Erweiterungen nach. Droht das Spiel langweilig zu werden, wartet hinter der nächsten Ecke schon ein neues Update mit frischen Spielmodi, Fahrzeugen, Verrücktheiten.

So sieht die Zukunft von Red Dead Redemption 2 aus

Das wird wohl jetzt auch bei Red Dead Redemption 2 der Fall sein. In einem Interview mit VG247 kündigte der verantwortliche Lead Open World Designer Scott Butchard an, dass der Fokus des Studios auf dem Online-Modus liegt. Viele Fans haben zu Anfang die Leere des Online-Modus kritisiert. Es passiere zu wenig und die Server werden besiedelt von Trollen, die anderen Spielern nur das Leben schwer machen wollen. Neulich hat die Firma mit dem Summer-Update und der Einführung drei neuer Klassen die DLC-Welle eingeleitet. Wie schon bei GTA Online werden uns immer neue, kostenlose Erweiterungen erwarten. Bekommen wir Heists? Wahrscheinlich schon, die Welt des Wilden Westens bietet sich hierfür definitiv an. Bekommen wir einen Zombie-Modus? – Wohl eher nicht.

Butchard äußerte sich in Bezug auf die Welt von Red Dead Redemption 2 folgendermaßen:

„ Es legt definitiv ein anderes Tempo an den Tag als GTA. Es spielt sich auch bedeutend langsamer, intimer. Dieses Tempo wollen wir Schritt für Schritt erhöhen, sodass der Spieler den Fortschritt spürt.“

Des Weiteren kündigte er an, dass die Updates nach und nach einen mehr oder minder chronologischen Spielfluss einleiten sollen, um neue Spieler nicht zu überfordern. Natürlich lässt die Welt und das neue Klassensystem immer noch viele Freiheiten. Aber wenn man als neuer Spieler einsteigt, beginnt man mit dem Stoff des aktuellsten Updates. Als Kopfgeldjäger, Händler oder Schatzsucher. Danach arbeitet man sich nach und nach an die Spitze, bis das eigene Camp zu einer Art Stadt oder Handelsposten und der Spieler selbst zum Industriemagnaten wird. Es ist den Entwicklern wichtig, dass der Spieler von Grund auf sein Camp wachsen sieht, um eine Bindung aufbauen zu können. Dadurch soll das Spielerlebnis viel immersiver werden.

The Good, the Bad and the Einzelgänger

Ein zentraler Punkt des Spiels soll der Kampf zwischen Gut und Böse sein. Banditen gegen das Gesetz. Butchard kann sich gut vorstellen, dass erfahrenere Spieler einmal leitende Positionen bekleiden können. Somit können sie ihren Gegnern beispielsweise als Sheriff oder Outlaw-Anführer entgegentreten. Dass man Spieler nicht mehr sofort auf der Karte sehen kann, soll das gezielte Jagen anderer Spieler, wie es von Trollen gerne betrieben wird, erschweren. Wenn man einen anderen Cowboy in der Ferne über den Horizont galoppeln sieht, soll der Nervenkitzel erhalten bleiben, ob dieser Revolverheld uns wohlgesonnen ist oder uns ans Leder will.

Ist GTA das Vorbild?

Bei GTA Online musste sich Rockstar ab einem bestimmten Punkt von der Fan-Gemeinde viel Kritik gefallen lassen. Einige Spieler waren mit der Entwicklung unzufrieden, da fliegende Autos und Laserwaffen nichts mehr mit dem ursprünglichen Spiel zu tun haben. Die höher-schneller-weiter-Logik hinter der Serie an Updates stieß einigen sauer auf. Wird bei Red Dead Redemption das gleiche passieren? Ich glaube eher nicht. Der Wilde Westen schnürt die Entwickler in ein engeres Themenkorsett als Los Santos. Ich glaube kaum, dass wir ein Bunker-Update erhalten werden oder uns mit einer künstlichen Intelligenz anlegen müssen. Das gibt Rockstar Games die Möglichkeit, sich mehr auf die Details zu konzentrieren und den Rollenspielcharakter auszubauen. Eine Entwicklung, die ich mir für dieses Spiel sehr wünschen würde. Für diese Prognose spricht das linearere System der Charakterentwicklung. Auch bei GTA V hat Rockstar sich auf seine Anfänge besonnen und sich nach den überdrehten Doomsday-Heists oder den Mad-Max-artigen Arena Wars auf das Nachtleben konzentriert. Vor kurzem gab es das Casino-Update, welches von den Fans als eines der besten der Reihe gefeiert wird.

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Gemischte Gefühle bei den Fans

Viele Fans freuen sich über den Pfad, den die Entwickler einschlagen wollen. Andere haben Zweifel, ob das Western-Szenario genauso viel hergeben kann wie Los Santos. Auch wurde kritisiert, dass sich Rockstar immer noch bedeckt hält, was eine PC-Version des Spiels angeht und stattdessen lieber darauf einen Fokus gelegt werden solle, bevor andere Baustellen angegangen werden. Einige Spieler fordern diese Neuerungen auch für Solo-Kampagnen, andere hoffen immer noch auf einen Zombie-Modus. Bei einem Punkt sind sich die meisten aber einig: Red Dead Online steckt noch in den Kinderschuhen und wenn die Entwickler die richtige Strategie fahren, hat das Spiel ein ähnliches Evergreen-Potenzial wie GTA Online. Bleiben wir gespannt, was Rockstar uns als nächstes präsentieren wird. Bis dahin gilt: Abwarten und Tee trinken. Oder Whiskey. Cheers!

 

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