Ab Juli greift die Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland. Doch wie wird die Maßnahme von Mobilfunk- und Internet-Anbietern umgesetzt? Schon jetzt steht fest, wer die Senkung direkt an die Kunden weitergeben wird – und wer darauf verzichtet. GIGA hat die Liste.

 

Deutsche Telekom

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16 statt 19 Prozent: So reagieren Anbieter

Im Rahmen des Konjunkturpakets wird die Mehrwertsteuer von vielen Produkten und Dienstleistungen von derzeit 19 auf 16 Prozent heruntergesetzt. Der ermäßigte Satz von 7 Prozent wird ebenfalls gesenkt, hier stehen bis zum 31. Dezember 2020 nur noch 5 Prozent Mehrwertsteuer auf der Rechnung. Während viele Lebensmittelhändler bereits angekündigt haben, die Ersparnis an ihre Kunden direkt weiterzugeben, gab es bislang von Mobilfunk- und Internet-Anbietern kein derartiges Signal.

Die Deutsche Telekom hat nun angekündigt, die Preissenkung an ihre Kunden automatisch weitergeben zu wollen. Das bedeutet: Ab dem 1. Juli zahlen Kunden der Telekom etwas weniger im Monat. Die Senkung soll dabei für alle bestehenden Anschlüsse gelten und auch TV-Angebote beinhalten. Congstar-Kunden dürften ebenfalls profitieren, auch wenn sie nicht explizit erwähnt wurden. Unklar bleibt aber die Frage, wie es bei Neuvertragen aussieht, die nach dem 1. Juli 2020 abgeschlossen werden. Hier locken aber ohnehin besondere Angebote.

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Telekom-Konkurrent Vodafone senkt die Preise ebenfalls. Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Deutschland, hat das bestätigt: „Wir werden die geplante Mehrwertsteuerabsenkung an unsere Kunden weitergeben. (...) Wir sind guten Mutes, bis zum 1. Juli unsere Systeme entsprechend umgestellt zu haben, damit die Menschen von dieser Maßnahme zeitnah profitieren“. Auch ehemalige Unitymedia-Kunden werden von der Ermäßigung profitieren.

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Telefónica ist skeptisch, senkt aber Preise

Telefónica sieht durch die Senkung der Mehrwertsteuer keinen großen Impuls für Kunden, wie Techbook berichtet. Nach anfänglichem Zögern hat man sich dann aber doch dazu entschieden, die Preise ab dem 1. Juli 2020 zu senken. Der hohe Aufwand für die Umstellung wird vom o2-Anbieter aber dennoch kritisch gesehen.

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Bei United Internet (1&1, Drillisch) sieht man die Sache ähnlich. Eine Preissenkung wird kommen, obwohl dazu eine „umfangreiche Anpassung der IT-Systeme“ nötig sei. Insgesamt betrachtet wird sich die Absenkung der Mehrwertsteuer für viele Kunden nur im Cent-Bereich bemerkbar machen. Wer 9,99 Euro für einen Tarif bezahlt, der spart nur 25 Cent pro Monat. Bei einer monatlichen Zahlung von 30 Euro liegt die Preissenkung bei 76 Cent.