Als hätte Huawei nicht schon genug Probleme, springt nun auch noch Telefónica Deutschland (o2) ab. Man möchte beim 5G-Kernnetz nicht auf den chinesischen Anbieter, sondern lieber auf die Konkurrenz aus Europa setzen. Ganz aus dem Rennen ist Huawei aber doch nicht, wie sich zeigt.

 

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o2: Huawei von 5G-Kernnetz ausgeschlossen

Huawei wird den sicherheitsrelevantesten Teil des 5G-Netzes von Telefónica Deutschland (o2) nicht aufbauen. Wie jetzt bekannt gemacht wurde, hat man sich lieber für den schwedischen Ausrüster Ericsson entschieden. Eine „sichere, digitale Vernetzung des Landes“ stehe dabei im Mittelpunkt, heißt es. Huawei selbst wurde in der Mitteilung von Telefónica Deutschland zwar nicht erwähnt, doch das alleine sollte schon Zeichen genug sein. Auch die Deutsche Telekom und Vodafone möchten beim 5G-Kernnetz nicht auf Huawei setzen.

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Dem chinesischen Anbieter wird insbesondere aus den USA immer wieder vorgeworfen, Industriespionage zu betreiben. Vom Aufbau des 5G-Netzes ist der Hersteller in den USA ausgeschlossen worden. Die US-Regierung hat auch andere Staaten teils drastisch dazu aufgerufen, auf Huawei zu verzichten. In Deutschland bleibt es den Netzbetreibern überlassen, mit wem sie Geschäfte machen möchten. Beweise für Hintertüren in der Hardware von Huawei wurden bislang nicht gefunden. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik konnte bei einer Überprüfung keine Hinweise finden.

Markus Haas, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland, setzt dennoch lieber auf Ericsson: „Als Netzbetreiber, der deutschlandweit die meisten Menschen mit Mobilfunk verbindet, kommt uns eine ganz besondere gesellschaftliche Verantwortung für die sichere digitale Vernetzung zu“. Im kommenden Jahr soll ein eigenständiges 5G-Kernnetz stehen, heißt es weiter.

5G-Netz von o2 setzt trotzdem auf Huawei

Trotz der Ankündigung für das 5G-Kernnetz bleibt es bei einer Partnerschaft zwischen Telefónica Deutschland und Huawei. Beim 5G-Netz selbst soll nämlich weiter auf Huawei-Technik gesetzt werden, wie im Dezember 2019 beschlossen wurde. Demnach bekommt der chinesische Hersteller die Erlaubnis, 50 Prozent des Zugangsnetzes aufzubauen. Die andere Hälfte soll von Nokia übernommen werden.

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Der chinesische Botschafter in Deutschland hatte mehr oder weniger offen damit gedroht, die deutsche Autoindustrie bei einem Ausschluss Huaweis zu boykottieren. Man könne „nicht tatenlos zuschauen“, wie Huawei behandelt wird, hieß es gegen Ende des vergangenen Jahres.