Rund um den Film Cuties (Mignonnes) hat Netflix viel Kritik einstecken müssen. Wie sich nun herausstellt, lief die interne Schadensbegrenzung in vollen Zügen. Selbst den eigenen Such-Algorithmus soll Netflix manipuliert haben, um den Film aus dem Blickfeld zu nehmen.

Der Film Cuties, der teilweise auch als Mignonnes vermarktet wird, hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Kritiker stören sich dabei nicht nur am Inhalt des Coming-of-age-Films, sondern auch am teils expliziten Marketing-Material von Netflix. Anders als bei den ursprünglichen Postern hatte sich Netflix für eine teils sexuell anzügliche Darstellung der minderjährigen Schauspielerinnen entschieden.

Cuties: Netflix-Film sollte versteckt bleiben

Ein neuer Bericht zeigt, dass Netflix intern mit der Schadensbegrenzung kämpfte. So soll der eigene Such- und Vorschlags-Algorithmus eigens für Cuties manuell manipuliert worden sein, heißt es. Der Film taucht deswegen nicht bei den „öfter gesuchten“ oder „ähnlichen“ Titeln bei Netflix auf. Darüber hinaus wurden Vorschläge gezielt angepasst, damit unter anderem keine für Kinder gedachten Filme im Zusammenhang mit Cuties angezeigt werden (Quelle: The Verge).

Den Film ganz zu entfernen kam für Netflix nicht infrage, obwohl genau das in sozialen Netzwerken vielfach gefordert wurde. Es hätte „reaktionär gewirkt“, wie interne Netflix-Dokumente zum Thema zeigen. Stattdessen hat man sich dazu entschieden, den Film weniger prominent zu platzieren.

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Netflix entschuldigt sich bei Cuties-Regisseurin

Netflix-CEO Ted Sarandos selbst hatte bei der Regisseurin des Films um Entschuldigung gebeten. Hierbei ging es aber nicht um das künstliche Verstecken, sondern um das selbst erstellte Marketing-Material: „Das ist weder in Ordnung noch repräsentativ für diesen französischen Film, der in Sundance einen Preis gewonnen hat. Wir haben jetzt die Bilder und die Beschreibung aktualisiert.“