Endlos viele Spuren auf unterschiedlich vielen Ebenen: Wer in einer 8-Millionen-Metropole wie Tokio im Straßenverkehr bestehen möchte, der muss entweder meisterhaft fahren können oder Geduld wie Drahtseile besitzen. Die japanische Regierung will den Verkehr deswegen verlagern – und zwar in die Luft.

Was bisher nur aus Film und Fernsehen bekannt ist, soll in nicht allzu ferner Zukunft endlich Realität werden: Fliegende Autos. Nicht nur CSU-Politikerin Dorothee Bär träumt von ihnen, auch die japanische Regierung möchte den Straßenverkehr durch den Einsatz von fliegenden Transportmitteln entlasten.

Der japanische Elektronikhersteller NEC (Nippon Electric Company) hat nun gemeinsam mit dem Startup Cartivator ein Auto entwickelt und am Montag getestet, das erfolgreich eine Minute über dem Boden schwebte. Klingt erstmal wenig, bezeichnet jedoch einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Serienproduktion.

Quelle: news.sky.com

Die 150 Kilogramm schwere Drohnen-ähnliche Maschine, die mit vier Propellern und einer Batterie ausgestattet ist, kann etwa eine Minute lang über dem Boden schweben und erreicht eine Höhe von etwa drei Meter. Mittlerweile flögen die Autos aber länger, so der Chef des Startups Cartivator. Um Unfälle zu vermeiden, fand die Demonstration in einem gigantischen Käfig statt. Außerdem war das Fahrzeug der Zukunft zur Sicherheit mit Kabeln am Boden befestigt. Erst 2017 war ein fliegendes Auto kurz nach dem Start abgestürzt, dieser Anblick blieb den Zuschauern dieses Mal zum Glück erspart.

Japan strebt Führungsrolle bei Flugautos an

Hinter der dramafreien öffentlichen Demonstration des Flugautos stecken jedoch weitaus größere Ziele: Nachdem Japan die Spitzenposition in Technologien wie Elektroautos und Ride Hailing Services verpasst habe, will die Regierung, dass das Land die Führungsrolle in Bezug auf fliegende Autos einnimmt. So werden tatkräftig Projekte unterstützt, die sich mit „fliegenden Autos“ beschäftigen. Die technologische Agenda sieht vor, bis etwa 2023 den Transport von Waren zu ermöglichen, während erste Menschen schon 2030 in ihr Auto steigen und davonfliegen sollen, berichtet next-mobility.news.

Bis zur Serienreife und noch viel weiter

Bis dahin ist es ein langer Weg: Ein nahtloser Übergang vom Fahren zum Fliegen sei erst dann möglich, wenn Hürden wie die Lebensdauer der Batterie und sowohl Vorschriften als auch Sicherheitsbedenken überwunden werden. Das am Montag getestete Modell von NEC soll, laut eines Sprechers der Firma, besonders auf Lieferungen ausgelegt sein. In Zukunft plant NEC aber, durch revolutionäre Flugwagenkonzepte, die groß genug sind, um Menschen zu transportieren, den Einsatz von Hubschraubern zu verringern. Hubschrauber seien nicht nur extrem laut und teuer in der Wartung, sondern erfordern ebenfalls den Einsatz von ausgebildeten Piloten. Daher könnten diese vor allem in der Katastrophenhilfe von fliegenden Autos ersetzt werden.

Quelle: news.sky.com

Fliegende Autos: Ist das nicht schon ein alter Hut?

Auch außerhalb Japans arbeiten eine Reihe von Unternehmen an flugtüchtigen Autos: Darunter sowohl Boeing, Airbus als auch Uber. Das amerikanische Unternehmen plant bereits Demonstrationsflüge für 2020 und den kommerziellen Betrieb ab 2023. Wir dürfen gespannt bleiben. Fraglich finde ich jedoch, inwiefern „fliegende“ Autos wirtschaftlich überhaupt tragbar sind. Wir werden es schon bald herausfinden.