Bei Twitter geht’s seit der Übernahme durch Elon Musk drunter und drüber. Schon bald könnte noch mehr Ärger aufziehen und es sogar zu einem Showdown mit Apple kommen. Einen ersten Abschied gab es jetzt schon.

 
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Seit Tesla-Chef Elon Musk Twitter gekauft und übernommen hat, herrscht absolutes Chaos beim bekanntesten Mikroblogging-Dienst. Vielen Mitarbeitern wurde gekündigt, nicht wenige verlassen mit wehenden Fahnen freiwillig das sinkende Schiff. Der neue Twitter-Chef lässt kein Fettnäpfchen aus und macht sich immer weniger Freunde. Zu den „Nicht-Freunden“ zählt nun ganz offensichtlich auch der bekannte Apple-Manager Phil Schiller, denn der verabschiedet sich von Twitter und deaktiviert kurzerhand seinen Account und schmeißt damit Twitter ganz offiziell und öffentlich von seiner „Buddy-Liste“ der sozialen Netzwerke (Quelle: Mark Gurman).

Apple-Manager Schiller schmeißt Twitter bei sich raus

Schillers Twitter-Zugang war seit November 2008 aktiv und sammelte 200.000 Follower. Die finden jetzt nur noch eine verwaiste Seite mit den folgenden Worten vor: „Dieser Account existiert nicht“. Der langjährige Chef des Apple-Produktmarketing und heutige „Apple Fellow“, verantwortlich für die Leitung des App Stores und der Apple-Events, macht mit seiner Abkehr von Twitter keinen Hehl aus seiner Meinung über die neuesten Entwicklungen. Offizieller Firmen-Standpunkt ist Schillers Haltung aber noch nicht ganz. In einem Interview mit CBS zeigte sich Apple-Chef Tim Cook zuletzt noch ein wenig hoffnungsvoll und gab zu Protokoll:

„Sie (Twitter, Anmerkung der Redaktion) sagen, dass sie sich weiterhin mäßigen werden, und ich zähle darauf, dass sie das tun werden, denn ich glaube nicht, dass irgendjemand wirklich Hassreden auf seiner Plattform haben möchte.“

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Apple vs. Twitter: Ein reales Konfliktszenario

Eine ziemliche diplomatische Antwort. Branchen-Experten sind da schon weniger optimistisch. Apple-Insider und Bloomberg-Reporter Mark Gurman erwartet sogar einen echten Showdown zwischen Apple und Twitter. Demnach gibt’s zwei hauptsächliche Streitpunkte, die früher oder später zum Rausschmiss von Twitter aus Apples App Store führen könnte (Quelle: Bloomberg).

Punkt 1: Probleme mit der Inhaltsmoderation, sollte Twitter künftig das Thema tatsächlich vernachlässigen. Beim zweiten Streitpunkt geht’s ums liebe Geld. Apple verlangt bekanntlich von seinen Entwicklern einen „kleinen“ Obolus von 30 beziehungsweise 15 Prozent für den Vertrieb der Apps. Dies schließt Abonnements explizit mit ein. Jetzt, wo Twitter mehr zum Abo-Dienst umgestellt wird, sieht Gurman die reale Gefahr, dass Musk und Twitter diese Zahlungen wohl eher umgehen wollen. Spätestens dann müsste Apple eingreifen und Twitter könnte im extremsten Fall aus dem Store verschwinden.