Wann immer sich in einem Industriezweig Änderungen anbahnen, kommt das Schreckgespenst des Jobverlusts früher oder später auf. Aktuell trifft es wieder die Autobauer, der Umstieg auf E-Autos soll Stellen kosten. Wie der Mercedes-Chef jetzt erklärt, ist da durchaus etwas dran.

 

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Weniger Jobs durch E-Autos: Mercedes-Chef wird deutlich

Weniger Komponenten, schnörkellose Technik und ein hoher Grad an Automation – dass E-Autos deutlich weniger aufwendig zu bauen sind als die herkömmlichen Verbrenner, ist bekannt. Entsprechend groß sind die Sorgen um Arbeitsplätze in der Automobilindustrie in Deutschland. Dass diese nicht gänzlich unbegründet sind, bestätigte Mercedes-Chef und Daimler-Vorstand Ola Källenius am Wochenende (Quelle: Die Welt)

„Die Montage eines Verbrennungsmotors bringt mehr Arbeit mit sich als der Bau einer Elektroachse“, so Källenius. „Selbst wenn wir den kompletten elektrischen Antriebsstrang selbst bauen würden, werden wir Ende der Dekade weniger Menschen beschäftigen.“ Damit schlägt der Manager einen ungewöhnlich deutlichen Ton an. Geht es um wegfallende Stellen, ist meist eher mit milderen Aussagen zu rechnen, nicht nur bei Mercedes. Man müsse ehrlich mit den Menschen sein, so der CEO. Eine Aussage darüber, wie viele Stellen bei Mercedes im Zuge des Verbrennerausstiegs obsolet werden könnten, machte er allerdings nicht.

Källenius betonte, dass auf der anderen Seite auch neue, hochwertige Jobs entstehen würden. Doch unterm Strich stehen bis 2030 weniger Jobs bei Mercedes als heute. Das lässt sich auf andere Hersteller übertragen, wie eine Studie des Ifo-Instituts im Mai zuletzt zeigte.

Demnach sind in der gesamten deutschen Automobilbranche 215.000 Stellen bis 2030 in Gefahr. Noch schärfere Klimaziele seitens der EU dürften den Umstieg aufs E-Auto noch mehr forcieren. Bei Daimler, dem Konzern hinter Mercedes, hat man bereits das eigene Ziel auf 50 Prozent E-Autos bei den Neuzulassungen bis 2025 verdoppelt.

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Zulieferer spüren den Druck

Der Stellenabbau trifft nicht nur direkt die Autohersteller. Auch bei Zulieferern wird sich der Fokus auf E-Autos bemerkbar machen – und tut das bereits: So hat Bosch bereits Werksschließungen angekündigt. Betroffen sind Standorte, in denen Komponenten für Verbrennungsmotoren produziert werden.