Elon Musk hat das Ziel vorgegeben: Noch in diesem Jahr wird Tesla seine Supercharger auch für andere E-Autos zum Laden freigeben. Aber was bedeutet das eigentlich für Fahrer von Elektroautos in Deutschland?

 

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Elon Musk will das Supercharger-Netzwerk von Tesla auch für E-Autos anderer Marken freigeben. Das hat der exzentrische Multimilliardär diese Woche bekannt gegeben. Hält er sich an diesen Zeitplan, löst er sein Versprechen ein und unterstreicht die Stoßrichtung, in die er mit Tesla offiziell schon immer wollte: An die Spitze der emissionsfreien Mobilität und das mit dem Ziel, dem Klimawandel den Kampf anzusagen – ein echtes Heldenstück also.

Teslas Supercharger für alle: So groß wird der Unterschied nicht sein

Aber was haben deutsche E-Auto-Fahrer davon, wenn die Supercharger von Tesla in den kommenden Monaten frei zugänglich werden, ob man nun mit einem Tesla, VW, Hyundai oder Smart vorfährt? Tesla-Fahrer befürchteten bereits früh, dass sie in Zukunft Warteschlangen erwarten. Die Wahrheit ist: Es wird keinen riesigen Unterschied machen. Ein Blick auf die Zahlen schafft hier Klarheit, denn derzeit stehen knapp 24.000 öffentliche Ladestationen für Elektroautos in Deutschland (Quelle: Statista) zu Verfügung. Aus der Auswertung geht nicht hervor, ob Teslas Supercharger hier mit eingerechnet werden.

Tesla hat im Juni Supercharger-Säule Nummer 1.000 in Deutschland eröffnet. Zwar sind die Ladesäulen des amerikanischen E-Auto-Pioniers für besonders hohe Ladeleistung bekannt, aber im Vergleich zu den bereits jetzt frei zugänglichen Ladestationen anderer Anbieter wie INOITY, EON oder EnBW ist der Anteil von Tesla gering. Entsprechend minimal wird sich die Freigabe auf die Ladesituation in Deutschland insgesamt auswirken.

Führend bei E-Autos und einer der wichtigsten Unternehmer der Gegenwart: Was Elon Musk neben seiner Rolle als Tesla-Chef alles treibt, seht ihr im Video:

Elon Musks Unternehmen: Das sind die größten Projekte des Tesla-Chefs

E-Autos müssen vom Ladekabel-Wirrwarr verschont bleiben

Doch auch wenn der Schritt nicht sofort große Wirkung zeigen kann, geht er doch in die richtige Richtung: Besser die unterschiedlichen Hersteller setzen so früh wie möglich auf einen einheitlichen Ladestandard, bei dem jeder überall laden kann. Jeder Verbraucher muss nur den Blick in die Kabelsalat-Schublade werfen, die es in praktisch jedem Haushalt gibt, um die Vorteile zu erkennen. Einen Zustand wie in den vergangenen Jahren etwa bei Handy-Ladegeräten braucht die Elektromobilität absolut nicht.

So darf Tesla gerne auch zum Vorbild für weitere Hersteller werden. Was etwa die Abrechnung beim E-Auto-Laden mittels Ladekarte von zig möglichen Anbietern angeht, herrscht hier schon jetzt ein Wildwuchs, bei dem Verbraucher am Ende die Leidtragenden sind. Denn Preise vergleichen ist oft nur mit viel Aufwand möglich.