Wer die maximale Leistung aus seinem Prozessor rauskitzeln will, der braucht einen verdammt guten Kühler. Doch was passiert eigentlich, wenn man den komplett weglassen würde? Kann man dann überhaupt noch arbeiten? Geht der Rechner womöglich in Flammen auf? Ein Hardware-Enthusiast wollte es wissen und hat ein interessantes Experiment mit einem erstaunlichen Ergebnis durchgeführt.

AMD-Prozessor im Extremtest: Benchmarks und Crysis ohne Kühler

Wer seinen Prozessor mal so richtig ins Schwitzen bringen will, der muss nur mal einen Benchmark anwerfen. Binnen weniger Sekunden klettern die Temperaturen in die Höhe, erreichen mitunter sogar ihr Limit und sorgen für eine Drosselung der Taktrate. Wer möglichst viel Performance aus seinem Rechner holen will, kommt an einem gescheiten Kühler nicht vorbei.

Doch was passiert eigentlich beim umgedrehten Fall? Wie viel Leistung kann ich noch von einem Prozessor erwarten, der fast gar nicht mehr gekühlt wird? Während die passive Kühlung eines Chips beim Raspberry Pi aufgrund seines geringen Verbrauches schon lange mit zum Design gehört, sieht das bei „normalen“ PC-Prozessoren etwas anders aus. Wir erinnern uns etwa an das ikonische Video von Tom's Hardware aus dem Jahr 2009, in dem ungekühlte Prozessoren unter Last gerne mal in Rauch aufgingen:

Diese Zeiten scheinen jedoch der Vergangenheit anzugehören. Der Twitter-Nutzer FritzchensFritz hat kürzlich ein Video gepostet, in dem er zeigt, wie viel Leistung AMDs neuer Laptop-Prozessor, der AMD Ryzen 3 4300U, ohne Kühler erbringen kann. Während der Tests lässt sich dank der Wärmekamera gut erkennen, zu welcher Zeit welche Teile des Chips besonders hart arbeiten müssen.

Das Ergebnis: Egal ob CineBench, 3DMark oder Crysis – selbst unter Volllast friert das System nicht ein. Ohne Kühler erreicht der Prozessor zwar nur einen Teil seiner Leistungsfähigkeit, die Performance fällt jedoch nicht ins Bodenlose. Zum Vergleich: Ohne Kühler erreichte der AMD Ryzen 3 4300U in Cinebench R15 327 Punkte, mit Kühler sind rund 580 Punkte drin.

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Eigentlich liegt das Temperaturlimit des Chips bei 105 Grad Celsius, über das Tool „Renoir Mobile Tuning“ wurde dieser Wert jedoch vor dem Test auf 90 Grad Celsius reduziert, um Überhitzungen zu vermeiden. Vollkommen ohne Kühlung wurde das Experiment übrigens nicht durchgeführt. Wie der Hardware-Enthusiast vermerkt, wurde währenddessen neben dem Setup ein 120-mm-Lüfter angebracht, der konstanten Airflow erzeugte. Die Spannung des Lüfters wurde aber von 12 auf 5 V reduziert, sodass der Kühlungsfaktor gering gehalten wurde.

Alles in allem zeigt das Experiment, dass die modernen Laptop-Chips von AMD sehr effizient arbeiten. Und mal ehrlich, wer von uns hätte jemals gedacht, dass man mal Crysis auf einem Laptop-Prozessor ohne Kühler spielen kann?