Vor WhatsApp saß ein anderer Messenger auf dem Thron und dominierte die digitale Kommunikation. Jetzt kehrt die legendäre Chat-App mit den drei Buchstaben zurück. Handy-Nutzer sollten aber vorsichtig sein, denn der Teufel steckt im Detail. 

 

WhatsApp

Facts 

Was heute WhatsApp ist, war Anfang der 2000er-Jahre ICQ. Der Messenger war für viele Menschen, die sich gerade erst einen Internetanschluss geholt hatten, das Tool schlechthin, um mit Freunden und der Familie, Arbeitskollegen oder Schulkameraden in Kontakt zu bleiben. Mit dem Durchbruch von Smartphones verschwand der Messenger dann mehr und mehr in der Versenkung – bis jetzt.

ICQ New: WhatsApp-Alternative mit bedenklichen Ratschlägen

Der mittlerweile zum russischen Mailanbieter Mail.ru gehörende Messenger wurde neu aufgelegt, wie Golem berichtet. Passend zur Rückkehr gab es mit „ICQ New“ auch einen neuen Namen. Vom Funktionsumfang her bietet die Neuauflage alles, was gängige Messenger wie WhatsApp, Telegram oder iMessage auch bieten. Ein Blick in die englischen Datenschutzrichtlinien macht aber klar, weshalb man von ICQ New vielleicht doch die Finger lassen sollte. So weisen die Macher ausdrücklich darauf hin, dass die Kommunikation nicht verschlüsselt wird. In den für die EU erstellten Richtlinien fehlt dieser Satz zwar, das bedeute aber nicht, so Golem, dass die Nachrichten innerhalb Europas verschlüsselt seien.

Ganz verblüffend wird es bei den Ratschlägen, die die WhatsApp-Alternative ihren Nutzern gibt. Laut Vice-Redakteur Sebastian Meineck auf Twitter rät ICQ New dazu, keine privaten Informationen wie Krankheiten, politische Einstellungen, Religionszugehörigeit oder das Sexleben über den Messenger zu teilen. Da sowas in der privaten Kommunikation zum Alltag gehört, stellt sich die Frage, inwieweit Nutzer ICQ New überhaupt als Kommunikations-Tool verwenden können.

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Es muss nicht immer WhatsApp sein – hier interessante Alternativen: 

TECH.tipp: WhatsApp-Alternativen

WhatsApp, Telegram und iMessage: Sichere Messenger

Zwar wird auch WhatsApp von Datenschützern kritisch beäugt, doch seit 2016 bietet der Messenger eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und seinen Nutzern damit einen wirksamen Schutz. Auch Telegram oder das zu Apple gehörende iMessage bieten diese Verschlüsselung. Solange ICQ New hier nicht nachzieht, sollten Handy-Nutzer vorsichtig sein und bekanntere, sichere Messenger verwenden.

Kaan Gürayer
Kaan Gürayer, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets und Smartwatches.

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