Was wurde aus... Whoopi Goldberg?

Daniel Schmidt 1

Ihr Künstlername Whoopi stammt vom englischen Wort für Furzkissen (Whoopee cushion) und als sie in den Neunzigern für „Ghost - Nachricht von Sam“ einen Oscar gewann, war das eigentlich schon so etwas wie eine zweite Karriere für die New Yorkerin. 2015 könnte man fast meinen, das bekannte, meistens von Dreadlocks umrahmte Gesicht sei plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Was eigentlich aus Whoopi Goldberg wurde, haben wir für euch herausgefunden.

Whoopi Goldberg: Wie alles begann

Whoopi Goldberg gelang etwas, was so nur wenige von sich behaupten können. Gleich für ihre erste erwähnenswerte Rolle wurde sie für einen Oscar nominiert. Bis heute ist nicht so richtig klar, warum der damals für insgesamt 11 Oscars in Betracht gezogene Filmklassiker „Die Farbe Lila“ nicht einen einzigen davon mit nach Hause nehmen konnte. Aber auch ohne den goldenen Nackedei war das Lob für ihre Darstellung der unterdrückten Celie groß.

Trotz des Erfolges in dem Familiendrama kehrte sie danach aber schnell wieder zu ihren Wurzeln zurück. Denn von Haus aus ist Whoopi Goldberg, die mit bürgerlichem Namen Cary Elaine Johnson heißt, Komikerin. Schon vor „Die Farbe Lila“ war sie durch ihre Stand Up Comedy Auftritte zu einiger Bekanntheit gelangt. In den späten Achtzigern drehte sie dann hauptsächlich Komödien, in denen sie stets als starke, aber immer auch unfreiwillig komische Frau auftrat. Zu Ihren größten Erfolgen aus dieser Zeit zählt „Jumpin´ Jack Flash“, in dem sie als Bankangestellte einen Geheimdienstagenten aus den Fängen des KGB befreien will.

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Doch das Publikum hatte schnell genug von der witzigen Whoopi und ihre Karriere drohte abzuflachen. Die Nebenrolle in „Ghost - Nachricht von Sam“ an der Seite von Demi Moore und Patrick Swayze kam da wie gerufen und mit ihrem zweiten Erfolg in einem Drama, klappte es dann auch endlich mit dem Oscar. 1990 erhielt sie den Academy Award für die Darstellung der schwindlerischen Hellseherin Oda Mae Brown, während Swayze und Moore nicht mal eine Nominierung bekamen.

Aus der Zeit nach ihrem Oscartriumph fiel Whoopi Goldberg besonders durch eine Rolle auf: Die Nachtclubsängerin Dolores Van Cartier, die sich vor ihrem verbrecherischen Exfreund Vince (Harvey Keitel) als Nonne Schwester Marie Clarence in einem Kloster verstecken muss. Mit „Sister Act - eine Himmlische Karriere“ gelang ihr 1992 an der Seite der großartigen Maggie Smith (Mutter Oberin) ein Riesenhit, den das Sequel ein Jahr später schon nicht mehr erreichen konnte. Bis 2002 spielte sie in insgesamt 149 Filmen mit, davon waren allerdings nur wenige so erfolgreich wie das Roadmovie „Kaffe, Milch und Zucker“.

Was wurde aus… Whoopi Goldberg?

Der Eindruck, die Oscarpreisträgerin habe sich seitdem einen faulen Lenz gemacht, trügt. Zwar hat Whoopi Goldberg in den letzten 10 Jahren wesentlich weniger gedreht als sonst, verschwunden ist sie aber keineswegs. Gut, in wirklich großen Blockbustern hat man sie in der Tat lange nicht mehr gesehen. Mit dem Auftritt in „Star Trek: Nemesis“ war 2002 dann auch ihr Gastspiel als Guinan in beliebten SciFi Reihe „Star Trek“ Geschichte.

Davon einmal abgesehen, sind in den letzten Jahren ihre Talente auch außerhalb der Leinwand zum tragen gekommen. Erfolgreiche Serien wie „Entourage“, „Suburgatory“ und allen voran „Glee“ führen Whoopi Goldberg auf der Liste ihrer Gaststars auf. Außerdem lieh sie ihre äußerst charakteristische Stimme dem ein oder anderen animierten Zeitgenossen, wie zum Beispiel in „Im Rennstall ist das Zebra los“.

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Während wir hierzulande auf unsere regelmäßige Fernsehportion Pfurzkissen verzichten müssen, können sich Zuschauer in den USA an fünf Tagen pro Woche über ein Wiedersehen mit ihr freuen. Schon seit 2007 moderiert sie die extrem erfolgreiche Talkshow „The View“, in der eine Reihe Frauen über tagesaktuelle Themen diskutieren. Übernommen hat sie den Gig von Kollegin Rosie O’Donell, die ihren Stuhl räumen musste, nachdem sie in der Sendung die Militäreinsätze der amerikanischen Truppen in Afghanistan kritisiert hatte.

Im reifen Alter von 59 Jahren dürfte man mit einer täglichen Fernsehsendung eigentlich ruhigen Gewissens ausgelastet sein, sollte man meinen. Frau Goldberg allerdings denkt gar nicht daran, sich zurückzulehnen. Allerdings sind ihre Nebentätigkeiten, wenn man vom beklagenswerten Machwerk „Teenage Mutant Ninja Turtles“ von 2014 einmal absieht, etwas weniger von schauspielerischer Natur. Schon seit 2003 fungiert sie als Botschafterin des guten Willens für UNICEF und macht sich außerdem für die Rechte von Schwulen und Lesben stark. Wenn sie dann nicht gerade als Produzentin der Musical Version von „Sister Act“ unterwegs ist, lebt sie eher zurückgezogen im US Bundestaat New Jersey, wo sie sich unter anderem um ihre drei Enkel kümmert. Ein größeres Kino-Comeback von Whoopi Goldberg ist derzeit nicht geplant, aber wer weiß. Wie sagt man so schön: Je oller, desto doller!

Ohrwurm gefällig? Hier der Trailer zu „Sister Act“

Sister Act - Trailer Englisch.

 

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