Nippon Nation: No Game No Life - Fanservice & Spiele

Annika Schumann 10

No Game No Life lässt sich in kein bestimmtes Genre pressen - das kann manchmal gut, manchmal schlecht enden. Im Falle dieses Animes wurde ich jedoch positiv überrascht und zum ersten Mal hat es zu viel Fanservice nicht geschafft, mich abzuschrecken. Was No Game No Life sonst noch so zu bieten hat, erfahrt ihr in der neuesten Ausgabe von Nippon Nation!

No Game No Life Opening.mp4.

No Game No Life: No Future

Das Geschwisterpaar bestehend aus Shiro, ein elf Jahre altes Mädchen, und Sora, einem 18-jährigen Jungen, tut den ganzen Tag nichts anderes als zu zocken. Sie haben keine Ausbildung, gehen nicht zur Schule und haben keine Freunde. Die Welt außerhalb ihrer vier Wände macht ihnen Angst, weshalb sie sich ganz darauf konzentriert haben, die absolut besten Spieler in jedem Videospiel zu werden. Unter dem Namen „_“ (Blank) treten sie auf und versetzen andere Mitspieler aufgrund ihres hohen Skilllevels und ihrer hohen Intelligenz in Angst und Schrecken.

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Sora und Shiro haben nur das Ziel, in jedem Spiel gut zu sein - weil sie genau wissen, dass die echte Welt nichts für sie zu bieten hat. Sie glauben, nicht dazuzugehören und sehnen sich nach einer anderen Realität, in der sie eine Zukunft haben.
Wie gut, dass einem Gott namens Tet in seiner Welt langweilig ist und er sie nach einem Schachduell kurzerhand in sein Reich namens Disboard holt.

Sora und Shiro begreifen schnell, dass diese Fantasy-Welt ganz anders tickt als ihre. In Disboard gibt es zehn unbrechbare Regeln, die für alle Bewohner des Reiches gelten. Eine davon besagt, dass alle Konflikte durch Spiele gelöst werden. Gewalt in jeglicher Form ist verboten. Wenn man also etwas will, muss man darum spielen. Dabei kann es sich um einen Sack voll Münzen, eine Person oder sogar um ganze Landgrenzen handeln.

In Disboard leben 16 unterschiedliche Rassen, die in Stufen eingeteilt sind. Die Imanity, die das Disboard-Repräsentativ der Menschheit ist, ist auf dem letzten Platz und wird von anderen Rassen wie den Elfen oder den Warbeasts, bei denen es Catgirls gibt, belächelt. Das Team von Blank möchte dies jedoch ändern und schreibt sich ein hehres Ziel auf die Fahne: Die Eroberung von ganz Disboard im Namen der Imanity.

Fanservice & seltsame Geschwisterliebe

Ich bin wirklich keine Freundin von Fanservice. Ich finde es oft übertrieben, überzogen und überbewertet. Ich kann verstehen, dass einige daran Spaß haben, aber ich gehöre einfach nicht zu diesen Personen. Daher war ich auch etwas zurückhaltender in meiner Erwartung an No Game No Life, da ich im Vorfeld schon wusste, dass die Serie reichlich nackte (weibliche) Haut bieten wird.

Doch obwohl sich der Fanservice alles andere als in Grenzen gehalten hat, hat es mich kaum gestört. Das hängt vor allem mit der Tatsache zusammen, wie sehr sich die Szenen der Spiele von denen des Alltags unterscheiden. Sowohl Sora als auch Shiro werden beide komplett ernst und erhalten eine dunkle, mysteriöse Aura, die sie interessant werden lässt und die nervigen Szenen zuvor vergessen macht. Selbst die Tatsache, dass die beiden eine wirklich sehr sehr seltsame Geschwisterliebe füreinander hegen und diese auf manchmal bedenkliche Art und Weise ausleben, hat durch die Spannung, Abwechslung und packende Atmosphäre der Spiele es nicht geschafft, mich groß zu verstören und so eventuell den Gesamteindruck zu schmälern. Die Frage, ob No Game No Life in der freizügigen Darstellung insbesondere von Shiro, die schließlich 11 Jahre alt ist, nicht manchmal etwas zu weit geht, bleibt allerdings offen. Doch ich denke, das muss jeder Zuschauer für sich selber entscheiden.

Was No Game No Life ebenfalls besonders gemacht hat, war für mich die Tatsache, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass es nur 12 Episoden sind. In den Folgen passierte so viel und es wurde eine so reichhaltige Geschichte präsentiert, die noch so viel mehr zu bieten hat, dass sie mir deutlich länger vorkam - aber im positiven Sinne. Ich bin von einer Folge zur nächsten gesprungen und wollte unbedingt wissen, welche extremen Gedankengänge Blank verfolgen, um wieder ein Spiel zu gewinnen. Der packende Soundtrack untermalte die Szenen immer perfekt und auch der Glow, den die Serie alle Folgen lang besitzt, runden das Gesamtbild super ab.

Fazit:

Ich bin wirklich sehr überrascht von der Spannung, die No Game No Life aufbauen konnte. Die Story hat noch viel Stoff zu bieten und könnte reichlich ausgeschöpft werden, weshalb ich hoffe, dass es weitere Staffeln geben wird. Der viele Fanservice hat mich - ebenfalls überraschenderweise - kaum gestört und die Wendungen der Spiele waren teilweise so unvorhersehbar, dass ich oftmals mit offenem Mund dasaß und mich gefragt habe, wie Sora & Shiro das nur schaffen konnten. Dennoch, wäre der Fanservice nicht gewesen, hätte ich die Serie deutlich ernster nehmen können, da sie so nicht ihr ganzes Potenzial erreicht. Aber sie hat einen gewissen, tollen Charme und liebenswürdige, glaubhafte und interessante Charaktere. Anschauen lohnt sich.

No Game No Life hat 12 Episoden á 24 Minuten und ist abgeschlossen. Obwohl noch viel Inhalt für eine zweite Staffel da ist, wurde diese noch nicht endgültig bestätigt. Der Anime ist momentan noch nicht lizensiert.

Unter dem Titel “Nippon Nation“ werde ich euch von nun an Artikel und Specials rund um das Thema Anime, Manga und Japan präsentieren. 

Mehr zu Nippon Nation:

No Game No Life Ending.mp4.

©Madhouse, Kadokawa Corporation

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