WWE 2K19: Warum Wrestling endlich wieder Spaß macht

Olaf Bleich

Bret „Hitman“ Hart, The Undertaker oder „Stone Cold“ Steve Austin: Es gab Zeiten, da war Wrestling überall. Heute erfährt es eine neue Hochphase – dank neuer Vermarktungswege und dem Aufstieg kleinerer, unabhängiger Ligen. Platzhirsch WWE thront natürlich über allem – auch im Videospielbereich. Wird WWE 2K19 endlich den Ansprüchen der Community gerecht oder handelt es sich doch wieder nur um eine weitere, solide Fortsetzung der Wrestling-Simulation?

Für dich sind Begriffe wie Backbreaker, Spear und F5 kein Fachchinesisch? Über deinem Bett hängt Roman Reigns und pumpt seinen Superman Punch auf? Dann bist du vermutlich selbst Wrestling-Fan. In den vergangenen Jahren hattest du es nicht ganz leicht. Schließlich trat die Wrestling-Simulation WWE 2K auf der Stelle.

Doch diese Zeiten sind vorbei! Mit dem neusten Ableger WWE 2K19 erfährt die Sportreihe eine kleine (R)Evolution. Entwickler 2K Games fährt diesmal schwere Geschütze auf und punktet mit dem größten Roster aller Zeiten, gewaltigem Modusumfang und vor allem deutlich aufgewerteter Spielbarkeit.

YES! YES! YES!

In diesem Jahr feiert der Showcase-Modus sein Comeback und folgt der Karriere von Publikumsliebling Daniel Bryan. Kurze Einspieler von Matches und Großveranstaltungen sorgen zwischen den Kämpfen für Abwechslung. In den Kämpfen selbst erhältst du immer wieder Aufgaben – wie etwa bestimmte Aktionen, die du ausführen musst – und treibst so die Geschichte voran. Zugegeben, gelegentlich ist der Showcase-Modus aufgrund der fehlenden Speicherfunktion frustrierend, überzeugt aber insgesamt mit der gelungenen Präsentation und der starken Atmosphäre.

Gleiches gilt für die Karriere. Fühlte sich die Kampagne im Vorgänger noch langweilig und spröde an, geizt WWE 2K19 nicht mit Liebe zum Detail und launigen Anspielungen auf das Wrestling-Business. Du startest deine Laufbahn in der unabhängigen Promotion BCW und arbeitest dich von dort zur WWE hoch. Erstmals wurde die Dialoge auch vertont und der Plot besitzt gut geschriebene Charaktere und Stories. Lediglich am Missionsdesign muss 2K Games noch ein wenig feilen. Einige Aufgaben sind zu knifflig und arten schnell in Arbeit aus.

WWE 2K19: Ankündigung der Superstar-Legenden.
Alle zusammen

Darüber hinaus bietet WWE 2K19 noch eine Fülle an Online-Optionen. Abseits der typischen Versus- und Koop-Matches wartet das Spiel mit den an Mortal Kombat angelehnten Türmen auf. Dabei handelt es sich um bockschwere Matchserien unter ständig wechselnden Voraussetzungen. Sehr schön: Hier gibt es regelmäßig Nachschub per Online-Updates.

Hinzu kommt eine vielfältige Auswahl an Editoren. Denn obwohl WWE 2K19 das größte Roster aller Zeit anbietet, fehlen tatsächlich Stars wie etwa NXT-Champion Tommaso Ciampa im Aufgebot. Diesen kannst du entweder selbst nachbauen oder lädst dir einfach eine der Kreationen der Community herunter. Diese sehen nämlich teils besser aus als die Modelle im Spiel.

Neuer Champion?

Aber kommen wir zum Eingemachten: Dem Kampfgeschehen selbst. In den vergangenen Jahren präsentierte 2K Games nur wenige Neuerungen und machte stattdessen mit unzähligen Programmfehlern auf sich aufmerksam. Letztere finden wir in WWE 2K19 zwar gelegentlich weiterhin, aber längst nicht mehr in einer derartigen Dichte wie zuvor.

Stattdessen punktet die Wrestling-Simulation mit einem besseren Match-Fluss, vielen zusätzlichen Animationen und frischen Kontern. Die Steuerung bleibt dabei extrem komplex und speziell wer gerne variantenreiche Kämpfe austragen möchte, muss sich einen bunten Strauß an Tastenkombinationen merken.

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Zugleich aber belohnt WWE 2K19 Mühen auch mit spannenden Kämpfen und überraschenden Augenblicken. Besonders die neu hinzugekommenen Payback-Funktionen fügen sich gut ein. Jeder Wrestler besitzt zwei dieser Talente und kann sie nach einer Cooldown-Phase einsetzen. Beispielsweise entkommst du so automatisch einem Pin-Versuch deines Widersachers, konterst jede Aktion, startest ein Comeback oder landest einen Tiefschlag.

Ganz perfekt ist WWE 2K19 aber auch im Ring noch nicht. Bei der Zielerfassung gibt es immer wieder Schwierigkeiten und gelegentlich kommt es zu „fragwürdigen“ Entscheidungen der Kollisionsabfrage. Die Kommentatoren plaudern weiterhin zu sehr am Geschehen vorbei und auch wenn sich die Zuschauer diesmal lautstark zu Wort melden, so reagieren sie oftmals zu undynamisch auf das Geschehen.

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Die perfekte Versoftung des Wrestling-Sports sieht sicher anders auch, aber der verbesserte Spielfluss und aufgewertete Match-Arten wie etwa Käfig-Kämpfe oder Hell in A Cell stimmen Wrestling-Fans sicher milde. Und wenn nicht, dann schalte doch einfach den Big-Head-Modus ein. Roman Reigns mit Mega-Schädel ist einfach zum Schreien komisch!

Wird dir gefallen, wenn du schon bei den letzten Teilen auf eine Karriere, Showcase-Modus und kleinere Verbesserungen gehofft hast.

Wird dir nicht gefallen, wenn du auf eine möglichst authentische Kampfsport-Simulation stehst.

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